Weniger Allergierisiko durch mehr Kontakt mit Allergen?

Bei Verdacht auf erhöhtes familiäres Allergierisiko stand jahrelang die konsequente Meidung hochallergener Lebensmittel von klein an hoch im Kurs. Das Ergebnis einer aktuellen Studie deutet darauf hin, dass genau dieses Vorgehen eine Risikominderung verhindern könnte.

 

Nuss Allergie

Gesundheit! Mancher Nieser oder Hustenanfall ist ein Indiz für eine Allergie. Diese können auch im späteren Verlauf des Lebens noch entstehen. Ist striktes Meiden von Allergenen in den ersten Lebensjahren kontraproduktiv? (Link zum Bild: http://www.pixelio.de/media/424233) Titelbild © www.allergiecheck.de / TRD © Lizzy Tewordt / pixelio.de / TRD Pressedienst

 

(TRD/-MP) – Ganz gleich ob Hühnerei, Fisch, Nüsse oder Erdnüsse- es galt jahrelang als gesichert, dass bei Kindern mit erhöhtem Allergierisiko diese als hochallergen eingestuften Lebensmittel in den ersten Lebensjahren nichts auf dem Speiseplan verloren haben. Eine aktuelle Studie, die ein Team von Wissenschaftlern um Londoner Arzt und Wissenschaftler Professor Gideon Lack durchgeführt hat, scheint nun Gegenteiliges zu belegen. Im Rahmen der großangelegten Studie wurde untersucht, wie Kinder mit familiär bedingt erhöhtem Allergierisiko auf die frühe Gabe von Erdnussallergenen reagieren.

Dafür gab es zwei Experimentalgruppen: Die einen Kinder bekamen tatsächlich Erdnussallergene, die anderen erhielten lediglich ein Placebo. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Kinder, die Kontakt zu dem Allergen hatten, deutlich seltener eine Allergie ausbildeten. Das Resultat der Studie lässt sich natürlich nicht auf jedes beliebige Nahrungsmittel übertragen aber es zeigt in den Augen des Chefarzts der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Bielefeld, Prof. Dr. Eckard Hamelmann, dass ein „gesunder Umgang“ mit Allergenen das Immunsystem auch zu einer „gesunden Reaktion“ auf diese Stoffe anregen könnte. Eine strikte Meidung der Allergene wäre dann kontraproduktiv.