Kurioses

Weisheiten und Mythen rund um Blitz und Donner

Nach der Hitzewelle kündigen sich vermehrt schwere Gewitter am Himmel über Deutschland an. Es gibt Menschen, die lieben dieses Naturschauspiel, andere zittern vor Angst am ganzen Körper. Zum Thema „Gewitter“ gibt es auch unzählige Verhaltensempfehlungen. Doch viele davon sind falsch und im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich. Das Infocenter eines Versicherers klärt auf, in welchen Mythen ein Fünkchen Wahrheit steckt – und in welchen nicht.

1. In freiem Gelände flach auf den Boden legen

Falsch! „Wer sich lang auf den Boden legt, bietet dem Blitz eine große Angriffsfläche“, warnt R+V-Experte Ralf Weber.

Richtig: Spaziergänger oder Radfahrer sollten sich einen Platz in einer Vertiefung, Mulde oder unter einem Felsvorsprung suchen und dort in die Hocke gehen, Beine umklammern und den Kopf senken. Diese geschützten Bereiche sollten sie jedoch möglichst einzeln aufsuchen – oder einen Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Personen und Gegenständen wie Fahrrädern oder Rucksäcken einhalten.

2. „Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“

Falsch! „Hohe, freistehende Bäume sollten Menschen bei Gewittern grundsätzlich meiden. Denn hier schlägt der Blitz am ehesten ein – egal, ob es eine Eiche, eine Tanne oder eine Buche ist“, so Ralf Weber.

Richtig: Von hohen Bäumen immer einen möglichst großen Abstand halten. Inmitten vieler Bäume im Wald ist die Gefahr geringer als auf freiem Gelände. Auch hier gilt: In die Hocke gehen und Gewitter-Schutzhaltung einnehmen.

Gewitter

Gewitter sind ein faszinierendes Spektakel. Man sollte die Naturgewalt aber niemals unterschätzen. © pixabay.com/TRD

3. Elektrische Geräte vom Strom trennen

Richtig, aber: In Gebäuden mit Blitz- und Überspannungsschutzsystem ist es nicht nötig, alle Stecker der Elektrogeräte bei Gewitter herauszuziehen.

4. Bei Gewitter nie duschen

Falsch, aber: Bestehen die Wasserleitungen aus Metall und sind nicht geerdet, kann das Duschen in der Tat gefährlich sein. Allerdings ist dies nur noch in älteren Häusern der Fall. „Sind die Wasserleitungen an den Potenzialausgleich des Hauses angeschlossen, kann nichts passieren“, sagt Experte Weber.

5. Gefahr einschätzen: die 30-30-Regel

Ralf Weber empfiehlt: „Wer die Gefahr bei einem Gewitter minimieren will, der hält sich am besten an die 30-30-Regel. Vergehen zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden, ist das Gewitter nah, also rund 10 Kilometer entfernt. Dann ist es ratsam, Schutz zu suchen oder die Schutzhaltung einzunehmen. Und erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz und Donner ist die Gefahr endgültig gebannt.