Was lange währt: Europas neuester Astronaut stellt sich vor

Astronauten werden nicht geboren, sie werden in langwierigen und fordernden Prozessen ausgewählt. Jetzt darf die Europäische Weltraumbehörde ESA Matthias Maurer als neuesten europäischen Astronauten „mit deutschem Dialekt“ offiziell vorstellen.
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Foto: Steve Schmitt/Global Press/TRD

(TRD/MID)  Astronauten werden nicht geboren, sie werden in langwierigen und fordernden Prozessen ausgewählt. Jetzt darf die Europäische Weltraumbehörde ESA Matthias Maurer als neuesten europäischen Astronauten „mit deutschem Dialekt“ offiziell vorstellen. Dabei stand sein Werdegang zwischenzeitlich am Scheideweg. 

Der gebürtige Saarländer hat erst im Erwachsenenalter die kindliche Begeisterung für die Raumfahrt für sich entdeckt. „Erst 2008, als die Astronautenstelle angekündigt wurde, war für mich klar: Das ist genau das, was ich wollte“, erklärt Maurer, der sich als studierter Ingenieur auf Materialwissenschaft und Werkstofftechnik spezialisiert hat. „Das vereint alles, was mich anspricht und fasziniert. Es ist Wissenschaft, es ist Technologie. Es ist Teamarbeit in internationalen Teams – und natürlich eine ganz ordentliche Prise Abenteuer.“

Maurer schafft es 2008 beim ESA-Astronautenprogramm mit mehr als 8.000 Bewerbern in die Top Ten. Leider werden nur sechs Personen die Ausbildung beginnen, zu denen er zum damaligen Zeitpunkt nicht zählt. Stattdessen nimmt er ein Angebot der ESA an und arbeitet fortan als Astronauten-Support-Ingenieur und Eurocom-Spezialist. Erst 2014, als die Verlängerung des ISS-Programms beschlossen wird, kommt sein Name wieder auf und Matthias Maurer nimmt das Angebot dankend an.

„Als ESA-Mitarbeiter ist mir der Europäische Gedanke sehr wichtig“, erklärt der 46-jährige bei seiner Einführungs-Konferenz. Deswegen identifizieren sich die ESA-Raumfahrer weniger über ihre Nationalität und mehr als Teil einer Gemeinschaft. Matthias Maurer versteht sich daher nicht einfach als deutscher Raumfahrer, sondern als einen Europäischen Astronauten mit deutschem Dialekt. „Ich denke die ESA ist ein Vorzeigebeispiel dafür, welchen Erfolg wir erzielen können, wenn wir zusammenarbeiten.“

Für Maurer steht bislang noch kein fester Termin für einen Flug ins All fest. Er hat bisher schon wichtige Grundlagen-Trainings absolviert. Dazu gehören auch das CAVES-Programm der ESA und das NEEMO-Programm der NASA, wo er 16 Tage am Stück unter Wasser verbracht hat. Die Flüge zur Internationalen Raumstation ISS sind derzeit bereits bis ins Jahr 2019 ausgebucht, ein Abflugdatum für den neuen Astronauten steht daher noch in den Sternen.