Wirtschaft und Soziales

TRD-Wirtschaft: Über Ökostrom-Verschwendung und Überstunden-Skandale

(TRD/WID) Die Überproduktion an Ökostrom kommt Verbraucher 2018 teuer zu stehen. Einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge fallen Hunderte Millionen Euro an Kosten an. Bezahlt werden muss der Strom nämlich, der aus Erneuerbaren Energiequellen gewonnen, aber dann nicht ins Stromnetz eingespeist wird. Für diese Überproduktion steht den Betreibern von Windkraft-, Photovoltaik-Anlagen oder Anbietern von Biomasse, aus der Strom gewonnen wird, eine Entschädigung zu – und die tragen die Kunden der Stromanbieter.

2018 werden die Entschädigungssummen wesentlich höher ausfallen als 2017, so die Bundesnetzagentur. Allein im 1. Quartal stieg der Anspruch der Ökostrom-Erzeuger um mehr als 60 Prozent: von 142 Millionen Euro auf 228 Millionen Euro. Insgesamt standen den Erzeugern 2017 rund 610 Millionen Euro zu, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 237 Millionen Euro.

Und 2019 droht sich die Summe weiter zu erhöhen. Entschädigt werden die Ökostromlieferanten nämlich auch, wenn ihre Anlage zwar betriebsbereit, aber noch gar nicht ans Netz angeschlossen ist. 2019 werden laut Netzagentur allein für Windräder auf See ohne Netzanschluss Kosten von 144 Millionen Euro anfallen.

Die Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, kritisierte im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ die Verschwendung von Ökostrom, „weil klimaschädlicher Kohlestrom die Netze verstopft“. Sie forderte alternative Verwendungsmöglichkeiten für die Überkapazitäten, etwa zum Heizen oder im Verkehrsbereich.

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Höherer Zweck macht Firmen attraktiv

(TRD/WID) Der Wert eines Unternehmens lässt sich an dessen Bilanz ablesen. Doch auch Werte wie Nachhaltigkeit und Unternehmensmoral sind wertsteigernd, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Folgen Unternehmen einem höheren Zweck („Purpose“), dann ist das für Kunden attraktiv. 57 Prozent der Deutschen bevorzugen solche Unternehmen. 82 Prozent geben bei einer Online-Umfrage der weltweit tätigen Markenberatung Prophet an, dass aus ihrer Sicht eine ethische Unternehmensführung Voraussetzung sei, um nachhaltig und langfristig zu wachsen.

Unternehmen mit klarer Werteorientierung sind außerdem für Beschäftigte und Bewerber attraktiver: Acht von zehn Deutschen legen darauf Wert, sich mit ihrem Arbeitgeber auch inhaltlich zu identifizieren. Sie sind lieber für ein Unternehmen tätig, das einem höheren gesellschaftlichen Zweck folgt. 57 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Unternehmen, denen wirtschaftlicher Erfolg wichtiger ist als die Umwelt und die Gesellschaft, auf dem Holzweg sind.

Exporte

Bei den Exporten hat Deutschland eine Schippe zugelegt.
© geralt/pixabay.com / TRD Wirtschaft

Überstundenskandal

(TRD/WID) Die Beschäftigten in Deutschland haben 2017 so viele Überstunden geschoben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Mehrarbeit häufte sich auf 2,127 Milliarden Überstunden an. Besonders bitter: Nur etwa die Hälfte der zusätzlich geleisteten Stunden ist vergütet worden, rund eine Milliarde Stunden sind somit unbezahlt geblieben. Das geht laut der Zeitung „Rheinischen Post“ aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Demnach hat die Zahl der Überstunden von Voll- und Teilzeitbeschäftigten im Vergleich zu 2016 um rund elf Prozent zugenommen. Durchschnittlich habe jeder abhängig Beschäftigte im Jahr 2017 jeweils knapp 27 bezahlte und unbezahlte Überstunden gemacht, insgesamt entspreche das etwa 0,6 pro Woche. Im ersten Halbjahr 2018 lag die Zahl der Überstunden den Angaben zufolge bereits bei 1,1 Milliarden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zeigt sich besorgt: „Die Zahl der geleisteten Überstunden hat in 2017 ein unerträgliches Maß erreicht und bedeutet ein hohes gesundheitliches Risiko für die Beschäftigten“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Zeitung. Ein regelrechter Skandal sei die Tatsache, dass die Hälfte der Überstunden nicht bezahlt werde.

Außerdem arbeiten nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios bundesweit knapp 4,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte zu einem Niedriglohn. Auch das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Damit verdiente etwa jeder fünfte Arbeitnehmer weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns.

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