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The Day After

Am Tag danach glüht der Trump Tower an der 5th Avenue in New York womöglich noch intensiver. Trump wird daran gemessen werden, was er erreicht, und nicht an dem, was er verspricht. Wirtschaftlich hängt der Erfolg nicht zuletzt, aber nicht mehr in erster Linie, von der US-amerikanischen Auto-Industrie ab. Ein Kommentar von Wolfgang Peters

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Die US-Präsidentenwahl hat auch Einfluss auf die USA als Auto-Nation und Absatzmarkt für ausländische Hersteller. Wie läuft es unter Donald Trump?
Foto © PeteLinforth/pixabay.com/CCO /TRD blog-newsportal

 (TRD/MID)  Überall Gold. Alles was an den Mauern dieses Hochhauses glänzt, das ist hier Gold, und es wirkt wegen seiner protzigen Menge wie Falschgold, aber mit Talmi ist es jetzt wohl vorbei. Am Tag danach glüht der Trump Tower an der 5th Avenue in New York womöglich noch intensiver.

In diesem Beton-Riesen mit 58 Stockwerken wohnt künftig der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, zumindest bis zum Umzug in das Weiße Haus. Donald Trump mit seinen teilweise grotesken Auftritten in einem Wahlkampf, der eine ganze Nation, gleich ob Gegner oder Anhänger, desavouiert hat und zudem das Ansehen der demokratischen Regierungsform beschädigte, er wird rasch vom Tagesgeschehen und den Notwendigkeiten des politischen Alltags eingeholt werden. Zudem sind alt gediente Politiker an seiner Seite und die amerikanische Öffentlichkeit liebt zwar den Gewinner und immer einen guten Hauch von Hollywood-Romantik, aber sie schätzt eine praktische und nützliche Vorgehensweise.

Trump wird daran gemessen werden, was er erreicht, und nicht an dem, was er verspricht. Zwei Prüfstände warten auf ihn: Wie wird sich die Rolle der einstigen Großmacht entwickeln? Und kann sich die amerikanische Wirtschaft gegenüber dem Rest der Welt behaupten? Das hängt nicht zuletzt, aber nicht mehr in erster Linie, von der US-amerikanischen Automobilindustrie ab.

Sie bedient einen riesigen Markt, ist aber von China als Absatzgebiet aus der Sicht vieler Autohersteller in Europa längst abgehängt worden. Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Volkswagen haben frühzeitig auf China gesetzt, wollen aber auf die USA nicht verzichten. Jeder weiß, dass die Freiheit der Märkte, dass liberales Wirtschaften nicht zu den befürworteten Lieblingsthemen des künftigen US-Präsidenten gehören. Zumindest im Wahlkampf rückte die verlorene Größe der Vereinigten Staaten eher in den Vordergrund.

Hier wird der größte der von Trump ausgehenden Risikofaktoren deutlich: Es ist die Unsicherheit über seinen Wirtschaftsweg, und es ist seine Unberechenbarkeit, die deutschen Autoherstellern die Entscheidungen nicht leichter macht. Wie es mit dem boomenden Porsche-Verkauf in den USA weiter geht, ob sich der Stern weiter durchsetzt, BMW und Audi wieder stärker werden und ob Volkswagen die Diesel-Asche vom Haupt schütteln kann, das wird wohl kaum nur in Washington mit Trump entschieden.

Die Macht des Geldes und des Goldes wird auch für den 45. US-Präsidenten entscheidend sein. Und in den Schubladen der großen Macher in München, Stuttgart, Ingolstadt oder Wolfsburg müssten schon die Pläne für den Fall Trump liegen. Alles andere wäre fahrlässig.

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