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Technologie-Talent: Der Internet-Oscar geht an einen jungen Professor aus dem Saarland

(TRD/CID)  Es ist so etwas wie der Nachwuchs-Oscar des Internets. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehört ebenso zu den Preisträgern wie Larry Page und Sergey Brin, die Google zum internationalen Softwarekonzern machten. „Innovatoren unter 35“, kurz TR35, ist ein globaler Wettbewerb der besten Technologie-Talente. Zu den Preisträgern der deutschen Ausgabe des Wettbewerbs gehört nun auch Christian Rossow, Informatik-Professor an der Universität des Saarlandes.

 

Prof Rossow

Professor Christian Rossow von der Uni des Saarlandes erhält den Internet-Oscar für Innovatoren. © Manuela Meyer/UdS /TRD

Am Forschungszentrum für IT-Sicherheit CISPA entwickelt der 32 Jahre alte Informatiker neuartige Methoden, um Cyberkriminelle auszuspionieren und so frühzeitig vor deren Angriffen zu warnen. Rossow beschäftigt sich täglich mit digitalen Angriffen, denen Unternehmen und Bürger nicht mal in ihren Träumen begegnen möchten. Die Massen-Angriffe aus dem Internet, im Fachjargon „Distributed Denial of Service (DDoS)-Attack“ genannt, gelten als Geißel des Internets.

Rossow hat 14 Internet-Protokolle identifiziert, die sich für diese Art von Angriffen ausnutzen lassen. Um solche bösartigen Angriffe, die Personen dahinter und deren Motive näher zu erforschen, hat er zusammen mit den CISPA-Forschern Lukas Krämer, Johannes Krupp und japanischen Kollegen digitale Köder, sogenannte „Honeypots“, für verteilte Angriffe entwickelt. 21 davon hat er im Internet ausgelegt und so mehr als 1,5 Millionen Angriffe dokumentiert. Auf diese Weise konnte er nicht nur verschiedene Phasen dieser Angriffe identifizieren, um daraus ein Frühwarnsystem zu entwickeln. Er versah den in der Cyber-Wildnis entdeckten Angriffscode auch mit geheimen digitalen Markierungen und konnte darüber die Quelle der Angriffe aufdecken.

Inzwischen hat der junge Professor seine Köder für die neueste Variante von DDoS-Angriffe ausgelegt. Cyberkriminelle nutzen dabei nicht mehr einzelne Server, sondern vernetzte Fernseher, Webkameras und Kühlschränke. Das „Internet der Dinge“ macht es möglich.

 

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