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Statistisches Bundesamt meldet sinkende Anzahl von Baugenehmigungen

Es werden weniger Wohnungen gebaut als in der jüngeren Vergangenheit. Der Grund: Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 7,3 Prozent oder 27.300 weniger Baugenehmigungen erteilt als im Jahr 2016. Immobilienverbände sind alarmiert.

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Die Genehmigungen sind rückläufig: Wohnungsbauer können weniger Hand am Haus anlegen. © Alexas_Fotos / pixabay.com

(TRD/WID) Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) war damit die Zahl der genehmigten Wohnungen erstmals seit 2008 niedriger als im jeweiligen Vorjahr. Von 2008 bis 2016 waren die Zahlen kontinuierlich gestiegen. Im vorigen Jahr wurde der Bau von 348.100 Wohnungen genehmigt. Darunter fallen alle Genehmigungen für Baumaßnahmen zur Erstellung neuer sowie an bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden. Die Zahl der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden hat im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent beziehungsweise 15.900 Wohnungen abgenommen. Dabei nahm die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Einfamilienhäusern um fünf Prozent beziehungsweise um 4700 Wohnungen ab und in Zweifamilienhäusern um 2,7 Prozent beziehungsweise um 600 Wohnungen. Die Zahl der Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser blieb dagegen nahezu unverändert.

Stark gesunken ist die Zahl der Genehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen (minus 41,0 Prozent beziehungsweise minus 10.500 Wohnungen). Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte. Ohne Berücksichtigung der Genehmigungen von Wohnheimen betrug der Rückgang der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden gegenüber dem Vorjahr 1,9 Prozent.

Angesichts solcher Zahlen schlägt der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) Alarm. „Der Einbruch der Baugenehmigungszahlen lässt befürchten: Wohnraum wird künftig noch knapper und die Schlangen bei den Wohnungsbesichtigungen noch länger“, sagt BFW-Präsident Andreas Ibel. „Jetzt brauchen wir Taten statt Worte – und zwar auf allen politischen Ebenen.“ Sonder-AfA (Abschreibungen), Baulandmobilisierung und die energetische Gebäudesanierung – all das müsse jetzt schleunigst in einfache Regelungen im Gesetzespaket zur Wohnraumoffensive umgesetzt werden, fordert Ibel. „Darin muss auch die Entschlackung und Flexibilisierung des Ordnungsrechts angepackt werden, damit Bauen schneller und einfacher und Wohnen wieder günstiger wird.“ All das dürfe nicht im Streit zwischen den politischen Akteuren untergehen.

 

Dickes Plus bei Umsätzen von Handwerkern

Handwerk hat tatsächlich goldenen Boden: Im Jahr 2017 stiegen die per Umsatzsteuervoranmeldung angekündigten Umsätze in den deutschen Betrieben gegenüber 2016 um 3,6 Prozent. Und jeder Beschäftigte musste ganz offensichtlich kräftiger zupacken. Denn die Zahl der Mitarbeiter wuchs im gleichen Zeitraum nur um 0,6 Prozent, so das Statistische Bundesamt (Destatis).

Höhere Umsätze wurden in allen sieben Gewerbegruppen gemeldet. Das größte Plus gab es mit 5,2 Prozent in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Dazu zählen etwa der Metallbau und die Feinwerkmechanik. Am geringsten stieg der Umsatz in den Handwerken für den privaten Bedarf (1,4 Prozent), zu denen zum Beispiel Friseure und Steinmetze gehören. Im Gesundheitsgewerbe nahm die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr mit 1,4 Prozent am stärksten zu, in den Handwerken für den privaten Bedarf nahm sie am stärksten ab (- 1,3 Prozent).

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