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Sommerhitze: Auch Zierfische und Pflanzen geraten in Lebensgefahr

Sogar Zierfische leiden unter der brütenden Sommerhitze. Der Grund: Fische sind wechselwarme Tiere. Sobald sie außerhalb ihrer gewohnten Temperatur gehalten werden, bekommen sie Kreislaufprobleme.  „Wenn sich Aquariumwasser bis auf über 30 Grad Celsius erhitzt, geraten selbst tropische Zierfische und Pflanzen in Lebensgefahr. Betroffen sind vor allem Arten, die in ihrem natürlichen Lebensraum keine großen Temperaturschwankungen ertragen müssen“, erklärt Bernd Silbermann, Aquaristik-Experte und Vorstandsmitglied im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF).

 

Zierfische

Auch den Fischen im heimischen Aquarium setzt die brütende Sommerhitze zu. Für manche Arten besteht sogar Lebensgefahr.
© pixabay.com/TRD Haus und Garten

 

Welche Arten besondere Pflege benötigen, hängt vom jeweiligen Organismus der Tiere ab. Labyrinthfische beispielsweise sind auch in der Natur Temperaturen von über 30 Grad ausgesetzt und fühlen sich daher auch bei Sommerhitze wohl. Für Korallen im Meerwasser-Aquarium dagegen werden Temperaturen über 28 Grad kritisch. „Wenn Aquarianer unsicher sind, welche Temperaturschwankungen ihre Fische tolerieren, sollten sie sich von ihrem Aquaristikhändler beraten lassen“, rät Fisch-Experte Bernd Silbermann.

In kleinen Aquarien wirke sich eine hohe Raumtemperatur besonders schnell negativ aus. Die meisten Aquarien stünden zwar nicht in direkter Sonneneinstrahlung, aber Leuchten, Filter und andere Geräte heizten die Temperatur zusätzlich auf. Außerdem wird im warmen Wasser weniger Sauerstoff gelöst ist als in kaltem, so dass es zu einem Sauerstoffmangel kommen kann und die Tiere an Atemnot leiden.

Das Aquariumwasser lässt sich durch einfache Pflegemaßnahmen herunterkühlen: Zunächst sollten alle Abdeckungen geöffnet werden, damit Wärme entweichen kann. Heizer und Leuchten könnten zeitweise abgeschaltet werden. Sowohl Tier als auch Mensch profitieren, wenn zusätzlich die Raumtemperatur über geschicktes Lüften oder mit Hilfe von Ventilatoren oder einer Klimaanlage gesenkt wird. Auch mit einem täglichen Teilwasserwechsel mit kühlem Wasser können Aquarianer die Temperatur unter 30 Grad halten. Bernd Silbermann empfiehlt für kleinere Aquarien, zusätzlich Eiswürfel oder Kühlakkus ins Aquarium zu hängen – sicherheitshalber in einem Plastikbeutel. Im Fachhandel gibt es professionelle Kühlaggregate sowie Ventilatoren, mit deren Hilfe Verdunstungskälte erzeugt wird.

Ab über 30 Grad im Schatten können auch Fische im Gartenteich unter der Hitze leiden. Hilfe ist dringend nötig, wenn die Fische nach Luft schnappen oder der Teich immer grüner wird. In Gartenteichen lässt sich der Sauerstoffgehalt mit Belüftern, Springbrunnen und mit Oxydatoren erhöhen. Außerdem sollte jeden Tag kühles Wasser nachgefüllt werden.