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Schick und scharf: Beim Motorradmarkt rollt die Retro-Welle an den Rhein

1.127 Aussteller aus 41 Ländern zeigen auf der Intermot was neu und cool, schnell oder gemütlich ist – die Motorradmesse Website in Köln hat ihre Tore geöffnet. Ein Thema beschäftigt fast alle namhaften Hersteller: die Suche nach Individualismus.

 

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Scharfes Teil: Die neue Aprilia Tuono 125 ist optisch an die Tuono V4 1100 angelehnt und soll wohl vor allem Wiedereinsteiger und Fahranfänger als Kunden holen soll.
Fotos © Mirko Stepan / mid /TRD/mobil

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Alles im Griff: BMW erweitert seine „Heritage“-Linie um zwei weitere Schönheiten:
die R nineT Pure und die R nineT Racer (Foto) Quellenangabe: © Mirko Stepan / mid /TRDmobil

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Honda präsentiert in Köln sein überarbeitetes Retro-Modell CB 1100 EX sowie die etwas sportlichere Variante CB 1100 SP, bei der Gussräder statt der klassischen Speichenräder zum Einsatz kommen. © Mirko Stepan / mid /TRD Pressedienst

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Motorräder und Roller für Einsteiger und Wiedereinsteiger

TRD/MID Wer hat das schönste Retro-Bike, das die meisten Möglichkeiten bietet, deneigenen fahrbaren Untersatz individuell zu gestalten? Diese Frage haben sich die Motorradbauer gestellt und präsentieren auf der Intermot fürs Modelljahr 2017 entsprechende Motorräder.

BMW beispielsweise erweitert seine „Heritage“-Linie um zwei weitere Schönheiten: die R nineT Pure und die R nineT Racer. Beide werden von einem 2-Zylinder-Boxer mit 1170 Kubikzentimeter und 110 PS angetrieben. Die Pure ist dabei als Einstiegsmodell in die erfolgreiche Baureihe gedacht, das Naked Bike wird 12.300 Euro kosten. Mit der R nineT Racer bringt BMW einen modern interpretierten Café Racer mit typischer Halbschalen-Verkleidung auf den Markt, der wie alle R nineT-Modell mit zahlreichen Zubehörteilen ganz den eigenen Vorstellungen angepasst werden kann. Preis: ab 13.300 Euro. Außerdem zeigen die Bayern Updates für die Modelle K 1600 GT, S 1000 RR, S 1000 R und S 1000 XR.

Yamaha nennt seine Retro-Linie seit ein paar Jahren „Faster Sons“ – soll heißen, dass die Bikes so cool aussehen wie zu Papas Zeiten, aber mit moderner Technik vorfahren. Neuestes Spielzeug für die schnelleren Söhne ist die SCR 950 – ein auf der SV 950 basierender Stilmix aus Chopper und Scrambler, der dank etwas mehr Bodenfreiheit daherkommt. Wie das Schwestermodell steckt ein luftgekühlter 2-Zylinder-Motor im Rahmen, der vermutlich ähnliche Leistungswerte um die 52-PS-Marke bringen dürfte. Das erfolgreiche Naked Bike MT-10 bekommt eine SP-Variante mit verbessertem und noch sportlicherem Fahrwerk. Die kleine Schwester MT-09 hat ein aufwändiges Facelift mit deutlichen Veränderungen an Front und Heck erhalten. Preise für die Neuheiten stehen noch nicht fest.

Honda präsentiert in Köln sein überarbeitetes Retro-Modell CB 1100 EX sowie die etwas sportlichere Variante CB 1100 SP, bei der beispielsweise Gussräder statt der klassischen Speichenräder zum Einsatz kommen. Der Vierzylinde der Honda CB 1100 EX leistet 90 PS, das maximale Drehmoment liegt künftig etwas früher an, bei 5500 Umdrehungen pro Minute. Außerdem wurden Fahrwerk und Auspuffanlage überarbeitet.

Highlight auf dem Honda-Messestand ist allerdings eine andere Maschine: der Supersportler CBR 1000 RR Fireblade SP-1. Die Fireblade ist seit 25 Jahren das sportlichste Honda-Modell und zum Jubiläum packen die Japaner noch mehr Sportlichkeit drauf: 11 PS mehr Leistung (192 PS), 14 Prozent weniger Gewicht, dazu zahlreiche Verbesserungen in Details, die die Fahrbarkeit noch besser machen sollen.

Auch der japanische Motorradbauer Kawasaki konzentriert sich auf seine Sport-Modelle und präsentiert die völlig neue Ninja 650 als Weiterentwicklung und Nachfolgerin der erfolgreichen ER-6f. Die Leistung des 650-Kubik-Paralleltwin-Motors dürfte zwischen 70 und 80 PS liegen. Ebenfalls 2017 wird das limitierte Sondermodell Ninja H2 Carbon zu haben sein, unter anderem mit Karbonteilen, einem Quickshifter für Hoch- und Herunterschalten, Öhlins-Federbein und Schräglagen-Sensor im Display aufgewertet. Ebenfalls überarbeitet hat Kawasaki die Ninja ZX-10RR (Fahrwerk, Leistungsentfaltung) und den Sport-Tourer Z1000SX, der unter anderem mit besserem Windschutz und verbesserten Befestigungssystem für Koffer daherkommt.

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Kawasaki konzentriert sich auf seine Sport-Modelle und präsentiert die völlig neue Ninja 650 als Weiterentwicklung und Nachfolgerin der erfolgreichen ER-6f. © Mirko Stepan/mid TRD-mobil

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Suzukis wichtigste Neuheit dürfte wohl die GSX-R 1000 mit 202-PS-Vierzylinder-Motor sein. © Mirko Stepan / mid /TRD-Pressedienst

Suzuki zeigt gleich fünf Neuheiten in Köln, die wichtigste dürfte wohl die GSX-R 1000 mit 202-PS-Vierzylinder-Motor sein. Bei einem Gewicht von 203 Kilo und Assistenten wie Traktionskontrolle, Quickshifter oder Launch-Control ist der Supersportler, der auch als R-Variante mit noch besserem Fahrwerk zu haben ist, technisch auf dem allerneuesten Stand, um die Konkurrenz von Honda und Kawasaki anzugreifen. Die kleine Reiseenduro V-Strom 650 wird es ab 2017 auch als XT-Variante geben, außerdem ist das Design der Maschine stärker an die größeren V-Strom 1000 und V-Strom 1000 XT angelehnt, die Suzuki ebenfalls überarbeitet hat, unter anderem mit einem neuen ABS-System.

Völlig neu ist die GSX-S750, die die GSR750 ersetzt und mehr Leistung, eine erweiterte technische Ausstattung bekommt. Der Vierzylinder-Reihenmotor mit 749 Kubikzentimetern Hubraum kommt mit einer Motorleistung trotz Euro 4 von 114 PS bei 10 500 U/min daher. Mit der GSX R 125 zeigt Suzuki das neue Einstiegsmodell für alle, die es auch in der Achtelliter-Klasse sportlich mögen. 15 PS und serienmäßiges ABS inklusive. In dieser Klasse ist auch die neue Aprilia Tuono 125 beheimatet, die optisch an die Tuono V4 1100 angelehnt ist und wohl vor allem Wiedereinsteiger und Fahranfänger als Kunden holen soll.

Ganz klassisch geht es auf dem Stand von Triumph zu. Die Briten zeigen zwei neue Modelle, in denen ein flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder mit 900 Kubikzentimetern und 55 PS zum Einsatz kommt: die Bonneville T100 – das neue Einstiegsmodell der Baureihe – und die Street Cup, die auf der Street Twin basiert, aber optisch etwas mehr auf Sport getrimmt ist, etwa mit einem tieferen Lenker und einem abnehmbaren Höcker für den Sozius-Sitz. Die T100 gibt es ab 10.750 Euro, die Street Cup ab 10.950 Euro.

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Ganz klassisch geht es auf dem Stand von Triumph zu. © Mirko Stepan /mid /TRD Mobilität

 

Bei Harley-Davidson ist zwar reichlich Betrieb am Stand – die Kultmarke zieht immer, obwohl keine neuen Motorräder zu sehen sind. Allerdings haben die Amerikaner ihre Touring-Reihe mit dem neuen Motor „Milwaukee Eight“ aufgewertet, dessen Name sich auf die vier Ventile pro Zylinder bezieht – ein Novum in der Firmengeschichte.

Für alle Besucher und Motorrad-Fans, die sich Anregungen und Experten-Rat in Sachen Umgestaltung holen möchten, führt kein Weg an Halle 10 vorbei – hier hat sich die Customizing-Szene eingerichtet und zeigt, wie man coole Bikes noch cooler machen kann. Garantiert für jeden Geschmack. Individuell ist eben „in“.