Vorsorge und Versorgung

Riester-Rente: Das ändert sich 2018

(TRD/WID) Neue Regelungen sollen die Riester-Rente interessanter für Sparer machen. Seit 1. Januar gibt es beispielsweise eine höhere Zulage vom Staat, 175 Euro statt bisher 154 Euro.

Durch die höhere Zulage könnten Sparer den Eigenbetrag zu ihrer Altersvorsorge bei gleichbleibender Rentenhöhe senken. Denn um die volle Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Einkommens, maximal jedoch 2.100 Euro pro Jahr, abzüglich aller Zulagen, in den Vertrag eingezahlt werden. Alternativ steigt die Rentenhöhe an, wenn der Eigenbeitrag auf dem bisherigen Level belassen wird, teilt die Lohnsteuerhilfe Bayern mit.

 

Riester

Wirtschaftsexperten aus Deutschland, Italien und der Schweiz erwarten für 2017 ein ordentliches Wirtschaftswachstum für das Euro-Währungsgebiet.
© Pixabay / martaposemuckel / TRD Wirtschaft

 

„Für Riester-Sparer bedeutet das, dass eine großzügigere staatliche Zulage steuertechnisch oftmals wieder kompensiert wird“, warnt Robert Dottl, Vorstandsvorsitzender der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V.. Daher bringe die Erhöhung der Grundzulage nur Geringverdienern und Familien mit mehreren Kindern einen sofortigen Nutzen. „Denn nur wenn die Steuerersparnis geringer als die Zulagen ausfällt, dann bleibt die Zulagenerhöhung auch wirklich beim Sparer hängen“, so der Steuerexperte. Wichtig: Wird ein Riester-Vertrag vorzeitig gekündigt, dann sind alle Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen wieder zurückzuzahlen.

Weiterhin wurde durch das neue Betriebsrentengesetz die Abfindung bei kleinen Renten neu geregelt. Bekommt ein Riester-Sparer voraussichtlich nur eine kleine monatliche gesetzliche Rente, hat nun der Riester-Anbieter die Möglichkeit, statt einer monatlichen Zusatzrente eine Kapitalabfindung zu Beginn der Rente vorzunehmen. Bei Neuabschluss eines Riester-Vertrages hat der Sparer ab 2018 ein Wahlrecht, ob er die einmalige Rentenauszahlung im Jahr des Renteneintritts oder zum 1. Januar des Folgejahres bevorzugt. „Der Vorteil einer späteren Auszahlung ist, dass der persönliche Steuersatz in der Rente sinkt und somit die Besteuerung des Riester-Vertrages geringer ausfällt“, erläutert Dottl.

Rentnern, die aufgrund einer zu niedrigen gesetzlichen Rente auf die Grundsicherung angewiesen sind, wird die Riester-Rente nicht mehr wie bisher komplett auf die Sozialleistung angerechnet, sondern künftig monatlich ein Grundfreibetrag von 100 Euro gewährt. Bei Auszahlungen aus dem Riester-Vertrag, die über diesem Freibetrag liegen, werden 30 Prozent des höheren Betrags nicht mit den Sozialleistungen verrechnet. So können bis zu 202 Euro der Rente anrechnungsfrei bleiben.