Wirtschaft und Soziales

Test und Technik: Nicht jedes Gütesiegel hält was es verspricht

(TRD/WID) Ein Gütesiegel trifft Aussagen über die Qualität oder Güte eines Produktes. Aber nicht jedes Gütesiegel hält, was es auf den ersten Blick verspricht. „Die Methoden, wie so manches Siegel vergeben wird, sind völlig abstrus“, sagt Monika Monegel vom Deutschen Institut für Qualitätsstandards und -prüfung aus Berlin.

Denn viele Siegelgeber stützen sich auf anonyme Bewertungsportale, bei denen jeder jeden beliebig oft bewerten kann, unabhängig davon, ob das Unternehmen dem Rezensenten bekannt ist oder der Rezensent dort tatsächlich Kunde ist.

Andere Siegelgeber durchforsten mittels Software das Internet nach Suchbegriffen und machen daraus ein Ranking, das sehr viele Sieger in vielen Kategorien aufweist. Im Ergebnis führt dies dazu, dass versucht wird, den vielen Siegern in den jeweiligen Kategorien möglichst viele Siegel zu verkaufen.

GüteDEkra

Spielzeug beispielsweise wird von Experten ganz genau geprüft. Deshalb sollten Eltern die Warnhinweise in der Gebrauchsanleitung auch unbedingt lesen und beachten.
© Dekra/TRD Wirtschaft und Soziales

So werden Unternehmen dann per Suchanfrage im Internet zur beliebtesten Marke, ohne dass jemals auch nur ein Kunde im Rahmen einer fundierten Studie befragt worden wäre. Um Klarheit in den Siegel-Dschungel zu bringen, fördert zum Beispiel das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) das Internetportal Label-online.de. Dort werden Gütesiegel nach verschiedenen Kriterien überprüft und anhand einer einheitlichen Matrix bewertet.