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Nepper, Schlepper, Bauernfänger unterwegs im Straßenverkehr

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Fingiert oder nicht? Diese Frage stellen sich viele Autofahrer nach einem Verkehrsunfall. Denn die Zahl provozierter Zusammenstöße steigt. Foto:© Polizeiinspektion Delmenhorst – Oldenburg/TRD Pressedienst news-portal
 (TRD/mid)  Bei Autofahrern sind sie verhasst, bei Versicherungen stehen sie auf der roten Liste und die Polizei geht gegen sie vor: Dennoch häufen sich die Fälle, da Kriminelle arglose Verkehrsteilnehmer in manipulierte Unfälle verwickeln. Das Fatale daran – neben der unnötigen Gefährdung – ist, dass die Täter nach der StVO oft im Recht sind, warnt der Automobilclub von Deutschland (AvD). Und so kassieren sie oft hohe Beträge für Reparaturen und als Schmerzensgeld.

Doch man ist dem fiesen Spiel nicht schutzlos ausgeliefert, denn die fingierten Zusammenstöße sind vielfach im Voraus erkennbar, wenn man weiß, worauf zu achten ist. Laut dem Club treten bei gestellten Unfällen oft mehrere Faktoren gemeinsam auf. Dazu zählen eine unübersichtliche Straßenführung, knifflige Rechts-vor-Links-Situationen, widrige Witterung und dementsprechend schlechte Sicht oder beteiligte Fahrzeuge mit Vorschäden. Die Täter kundschaften teilweise die Fahrgewohnheiten ihrer Opfer aus und engagieren Zeugen, die sich nach einem Zusammenstoß zu Wort melden.

Typische Fahrsituationen, auf die es die Betrüger abgesehen haben, sind zum Beispiel große, mehrspurige Kreisverkehre, in denen Kollisionen beim Fahrspurwechsel provoziert werden, oder auch das Einfädeln auf die Autobahn inklusive unerwartetem Bremsmanöver auf dem Beschleunigungsstreifen. Indizien für einen gestellten Verkehrsunfall sind laut dem AvD daneben hochwertige Gebrauchtfahrzeuge oder kurzzeitig versicherte Fahrzeuge auf Schädiger-Seite und eine geforderte Abrechnung auf Reparaturkostenbasis.

Wer dies im Hinterkopf behält, kann entsprechend handeln und eventuell Unfälle verhindern. Hat ein Autofahrer das Gefühl, dass sich andere Verkehrsteilnehmer beharrlich verhalten, sollte er ein geplantes Fahrmanöver abbrechen, wenn es auf Kollisionskurs führt, rät der AvD. Vorsicht sei auch bei Autofahrern geboten, die versuchen, im toten Winkel neben einem zu bleiben – es kann sein, dass sie nur auf den Spurwechsel warten, der ihre Bahn kreuzt. Im Zweifel ist es besser nachzugeben und anderen den Vorrang lassen.

Kommt es dennoch zu einem Unfall, sollten Beteiligte in jedem Fall die Unfallsituation fotografieren, Datum, Uhrzeit sowie die Witterungsverhältnisse festhalten und nachsehen, ob das gegnerische Fahrzeug auch an anderen Stellen beschädigt ist. Versucht die Gegenseite es mit Einschüchterung, sofort die Polizei rufen. Auch eine Mitteilung an die Versicherung ist sinnvoll, denn die Versicherer tauschen sich über Unfallbeteiligte aus. Typische Verläufe oder auch häufig auftretende Beteiligte werden überprüft. Sind Serientäter am Werk, besteht eine Chance, diese zu entlarven. Und das hilft allen.