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Motorrad-Neuheiten 2018 aus Mailand

(TRD/MID Trotz herbstlicher Stimmung lockt Mailand die Zweiradszene im November wieder an. Anlass ist die größte jährliche Motorradmesse EICMA (Esposizione Internazionale Ciclo Motociclo e Accessori, Internationale Ausstellung für Motorräder und Motorrad-Zubehör). Der Gang durch die sechs großen Messehallen fördert viele Neuheiten zutage, die Vorfreude auf die kommende Saison wecken. Hier ein kleines EICMA-ABC ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

AJP – Der portugiesische Hersteller von Enduros mit 125 bis 650 ccm großen Viertaktmotoren hat seinen Entwicklungen Feinschliff angedeihen lassen. So hat etwa das Topmodell jetzt eine Abgasanlage von DOMA.

Benelli gehört seit 2005 zum chinesischen Unternehmen Quianjiang und zeigt mit der TRK502 ein 48 PS starkes Modell mit Reihenzweizylinder-Motor. Es soll knapp 6.000 Euro kosten. Weitere interessante Modelle sind ein bullig gestylter Cruiser und eine kleine 125er im Format einer Honda Dax.

BMW erweitert das Rollerangebot um eine C400X genannte Ausführung mit modernem Styling und 350 ccm Hubraum. Die 34 PS kommen über ein stufenloses CVT-Getriebe ans Hinterrad. Mit einem neuen Zweizylinder-Reihenmotor bestückt ist die neue Mittelklasse-Enduro F850GS, die immerhin 95 PS stark daherkommt. Satte 160 PS dagegen leistet der neue Supertourer K1600 Grand America. Mit bulligen 175 Nm maximalem Drehmoment dürfte sie äußerst schaltfaul zu fahren sein. Zum Rangieren gibt es einen Rückwärtsgang und die Höchstgeschwindigkeit ist bei gut 160 km/h abgeregelt – das dürfte für die USA OK sein, aber in Europa nicht ausreichen.

Ducati hat nicht nur die Multistrada 1260 mit 158 PS mit den zusätzlichen Versionen „S“ und „Pikes Peak“ auf dem Stand. Das Topmodell der großen Reiseenduro kostet knapp 24.000 Euro. Noch teurer ist die neue Sportmaschine Panigale V4, die auch als S-Version und als Speciale auf den Markt kommt. Da sind auch schnell 28.000 Euro fällig. Die Abkehr vom V-Zweizylinder kommt einer kleinen Revolution gleich: Mit 214 PS und weniger als 200 Kilogramm Gewicht sind fulminante Fahrleistungen zu erwarten. Aufgebohrt hat der Hersteller das Angebot der Scrambler. 400er und 800er werden um eine 1100er ergänzt, die ab knapp 13.000 Euro zu haben ist.

Harley-Davidson bringt die neuen, bereits präsentierten Modelle mit neuen Rahmen, Motoren und Fahrwerken nach Norditalien: mit mehr Leistung, mehr Schräglagenfreiheit und vielen Verbesserungen.

Honda zeigt mit der CB300R ein handliches, kompaktes Einsteigermotorrad mit 31 PS, das nur gut 140 Kilogramm wiegt. Als große, nackte Schwester ist auch die CB 1000R ganz neu. Gebürstetes Metall als Blickfang bei klar gezeichneten Linien, LED-Licht und 145 PS zeichnen sie aus. Zudem hat Honda die legendäre Gold Wing erneuert und dazu die komplette Ahnenreihe auf dem Stand ausgestellt.

Husqvarna geht mit der charakterstark gezeichneten Vitpilen 701 nun verstärkt auf Kundenfang. Der 700er-Einzylinder soll knapp 10.000 Euro kosten und mit 75 PS ordentlich Bumms bieten.

Kawasaki wendet sich mit der neuen Z900RS gekonnt dem Retrostyling zu. Mit angedeuteten Kühlrippen und dem an die klassische Z900 erinnernden Entenbürzel macht sie eine gute Figur. Aus rund 950 ccm Hubraum schöpft sie 111 PS. Mit Ninja 400, Ninja H2 SX und Ninja ZX-10R SE zeigen die Japaner noch drei weitere Neuheiten.

KTM bietet ein neues Mittelklassemodell an: die 790 Duke mit Reihen-Zweizylindermotor, der aus rund 800 ccm Hubraum 105 PS herausholt. Bei rund 170 Kilogramm Gewicht wird die Tradition des guten Leistungsgewichts konsequent fortgeschrieben. Als Prototyp war auch die 790 Adventure R zu sehen.

Lambretta will wieder an legendäre Zeiten anknüpfen. Unter österreichischer Führung der KSR Group möchte die Marke wieder im Rollergeschäft mitmischen.

Moto Guzzi könnte mit der V85 Konzept bald wieder eine mittelgroße Enduro im Programm haben. Konkreter ist die V7 III in den Versionen Carbon, Milano und Rough. Dazu kommt die V9 als Bobber und als Roamer-Ausführung.

Royal Enfield überrascht mit einem Zweizylindermotor in einem sehr klassisch wirkenden Bike, das On- wie Offroad-Einsätze bewerkstelligen kann.

Suzuki hält sich mit Neuheiten extrem zurück. Die leicht modifizierte SV650X im Retrolook-Design muss zunächst genügen. Wie soll die Marke da im Markt vorankommen?

Triumph stellt der Bonneville Bobber mit der Version „Black“ eine noch schärfere Custom-Version zur Seite. Der 1200er-Twin aus der Bonneville T 120 leistet hier 77 PS. Zu einem Preis von voraussichtlich unter 14.000 Euro wird dann auch die neue Bonneville Speedmaster erhältlich sein. Bei ihr mischt Triumph Elemente des klassischen Basismodells Bonneville T 120 und der neuen Bonneville Bobber Black; von dieser hat die Speedmaster das 16 Zoll kleine Vorderrad übernommen. Mit der Tiger 114 PS starken 1200XC wird die Explorer abgelöst. Im Vergleich zur Vorgängerin ist die Neue zehn Kilogramm leichter.

Yamaha stellt überraschend ein Dreirad aufs Podest – mit zwei 15 Zoll-Rädern vorne und wuchtig aussehender Kinematik. Der Antrieb mit 850 ccm stammt aus der bekannten MT09.