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Mit Panikstörung oder Unfalltrauma unterwegs im Straßenverkehr

 (TRD/MP) Es gibt Menschen, die haben Angst vorm Autofahren. Doch gibt es spezielle Therapien, um die Panikattacken in den Griff zu bekommen. Hinter einer Panikattacke am Steuer können psychische Ursachen stecken, zum Beispiel eine Phobie, eine Panikstörung oder ein Unfalltrauma. Der TÜV Nord arbeitet mit Psychologen zusammen, die auf Ängste spezialisiert sind.

 

Angst beim Autofahren

Damit die Autofahrt nicht zum Horrorfilm wird, gibt es psychologisches Training gegen die Angst vorm Autofahren.
© aitoff / pixabay.com/TRDmobil

 

„Viele Betroffene wissen gar nicht, dass diese Beschwerden psychisch begründet sein können“, sagt der Diplom-Psychologe Klaus Peter Kalendruschat vom TÜV Nord. Sofern sich die Ängste allein aufs Autofahren beziehen, handle es sich in der Regel um eine so genannte spezifische Phobie, wie bei der Angst vor Höhe oder vor Spinnen. Kommt es auch in anderen Situationen zu Panikattacken, sind diese oft Ausdruck einer Panikstörung. Wer davon betroffen ist, leidet unvermittelt und scheinbar ohne Anlass an bestimmten Orten, etwa im Bus oder beim Einkaufen an der Kasse, unter massiven körperlichen Beschwerden. Dabei fürchtet er zum Beispiel, in Ohnmacht zu fallen, einen Herzinfarkt zu bekommen oder anderweitig die Kontrolle zu verlieren.

Laut den medizinischen Behandlungsleitlinien für Angststörungen leiden rund 15 Prozent der Deutschen im Lauf eines Jahres an einer Angststörung. Besonders weit verbreitet sind spezifische Phobien. „Wie viele Menschen unter Fahrängsten leiden, ist allerdings unbekannt“, sagt Kalendruschat. Die Dunkelziffer dürfte groß sein. Wer nicht auf das Auto angewiesen ist, beschränkt sich vielleicht auf kurze Strecken in vertrauter Umgebung oder verzichtet sofern möglich ganz aufs Fahren. Auf diese Weise können sich allerdings auch leichte Fahrängste zu einer Agoraphobie auswachsen: dem Vermeiden bestimmter Orte oder Aktivitäten – aus Angst vor der Angst.

So weit muss es jedoch nicht kommen. „Ängste lassen sich in der Regel gut psychotherapeutisch behandeln“, weiß der Psychologe. In jedem Fall sollte man die Beschwerden medizinisch abklären lassen, um eine körperliche Erkrankung, etwa am Herzen, auszuschließen, rät der TÜV. Um eines Tages wieder gelassen am Steuer zu sitzen, brauche es aber noch etwas: den Mut, sich seinen Ängsten zu stellen und professionelle Hilfe zu suchen.

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