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Mit dem Auto sicher durch die dunkle Jahreszeit

Individualisieren von Fahrzeugen wird einfacher

(TRD/MID) Wer seinen Traumwagen aus Amerika importiert oder eine besonders chice Alufelge für seinen Wagen gefunden hat und diese dafür nicht zugelassen ist, braucht dazu eine Einzelabnahme nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). In Zukunft wird das Monopol für „Technische Prüfstellen“ aufgehoben. Der Autofahrer wird dann eine EU-weit gültige Einzelabnahme erhalten.

Wenn etwas aus einer Limousine durch einen Umbau ein Pick-up wird, entsteht ein neues Kraftfahrzeug. Dafür wird ein Gutachten nach § 21 StVZO nötig. Das Fahrzeug wird auf Verkehrstüchtigkeit und den Ausschluss von Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer geprüft. Gleiches gilt beim Import von Fahrzeugen aus Nicht-EU-Ländern oder beim Anbau von Teilen, die für ein bestimmtes Fahrzeug nicht genehmigt sind.

WerkstattMädchenDigitalisierung

In der Werkstatt kommt nicht nur bei der On-Board-Diagnose Technik zum Einsatz. Mitlerweile ist eine ausreichende digitale Infrastruktur Pflicht.
© ProMotor /TRDmobil * Schon gelesen Link: Autofelgen reparieren, pflegen und wieder in Topform bringen

Bisher hatten für solche Gutachten die „Technischen Prüfstellen“ mit ihren amtlich anerkannten Sachverständigen in Deutschland gemäß der StVZO ein Monopol. Die Gutachten hatten ebenfalls nur Gültigkeit für Deutschland. Wird das Fahrzeug in ein anderes EU-Land verkauft, wird dort jeweils wieder ein neues Einzelgutachten erforderlich. Nun sieht es nach Entwürfen der Änderungsverordnung zur StVZO (Anpassung an europäisches Recht) so aus, dass diese bisher monopolisierten Tätigkeiten auch für vom Kraftfahrtbundesamt dafür benannte technische Dienste geöffnet wird. So kann ein Technischer Dienst oder andere freie Prüforganisationen dann diese Gutachten zum § 21 StVZO zukünftig auch durchführen.

Schnellere Digitalisierung im Kfz-Gewerbe

Die Digitalisierung gilt in allen Arbeits- und Lebensbereichen als eines der großen Themen der Zeit, Kommunikation und Vernetzung sind wichtige Bestandteile dieses Wandels. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe fordert deshalb, die digitale Infrastruktur den neuen Anforderungen anzupassen.

Dazu gehört aus Sicht des ZDK der flächendeckende Internetzugang mit Bandbreiten im Gigabit-Bereich und für die vernetzte Mobilität ein 5G-Funknetz ohne Funklöcher. „Hier haben wir in Deutschland noch einen erheblichen Nachholbedarf. Die politischen Entscheidungsträger sind gefordert zu handeln und in die Zukunft zu investieren“, sagte ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk bei der Eröffnung der 46. Bundestagung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in Frankfurt am Main.

Nach der neuen europäischen Typgenehmigungs-Verordnung (EU) 2018/858 müssten Hersteller für alle Kraftfahrzeuge sämtliche Informationen für Diagnose, Instandhaltung, Neuprogrammierung oder Neuinitialisierung über das Internet bereitstellen – ein digitaler Mehrwert, für den entsprechende Rahmenbedingungen benötigt werden.

HellbeiNacht

Durchblick bei Nacht: Das intelligente Fernlicht leuchtet unter anderem Fußgänger und Bäume am Straßenrand aus, ohne den Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeugs zu blenden.
© DVR/TRDmobil * Schon gelesen? Link: Was darf die Polizei eigentlich alles kontrollieren?

Elektronische Assistenten bieten Unterstützung für ältere Autofahrer

Moderne Fahrerassistenzsysteme (FAS) können bei Fahraufgaben unterstützen und tragen dazu bei, die individuelle Mobilität nicht nur älterer Menschen sicherer zu gestalten. Die „Aktion Schulterblick“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hilft bei der Orientierung. Für besonders empfehlenswert hält der DVR Lichtassistent und Notbremsassistent.

Viele ältere Autofahrer fühlen sich im Dunkeln unsicher. Die Pupille verliert im Laufe der Jahre zunehmend ihre Fähigkeit, sich weit zu öffnen. Dadurch fällt weniger Licht auf die Netzhaut. Außerdem ist das Augeninnere nicht mehr so klar und durchsichtig wie in jungen Jahren, Einlagerungen in Linse und Glaskörper streuen das Licht, dies führt zu einer größeren Blendwirkung. Deshalb ist eine regelmäßige Augenuntersuchung wichtig, um Krankheiten auszuschließen. Zudem ist besseres Licht hilfreich.

Dabei seien die unterschiedlichen Funktionen der Lichtassistenten von hohem Nutzen, sagt der DVR. Das „Kurven- und Abbiegelicht“ schwenke das Abblendlicht je nach Kurvenradius und biete somit eine optimale Kurvenausleuchtung.

Beim „adaptiven Fernlichtassistenten“ wird automatisch zwischen Fernlicht und Abblendlicht umgeschaltet. Das Abblendlicht passt sich dabei in seiner Leuchtweite dem entgegenkommenden Verkehr an. Noch besser ist das „blendfreie Fernlicht“. Das Fahrzeug leuchtet ständig mit Fernlicht. Die Scheinwerfer nehmen jedoch blendungsgefährdete Verkehrsteilnehmer aus der Fernlichtverteilung automatisch aus. Es entsteht ein abgedunkelter „Lichttunnel“, der dem erkannten Fahrzeug dynamisch folgt und in der Ausdehnung variabel ist.

Unabhängig von den Funktionen der Lichtassistenten sind gute Scheinwerfer stets wichtig. LED- oder Xenon-Scheinwerfer, die inzwischen beide im Preis deutlich gefallen sind, sollten lichtschwächeren Scheinwerfern vorgezogen werden. Das macht das Fahren bei Nacht deutlich sicherer und komfortabler – nicht nur für Senioren.

Zudem sollte in jedem Auto ein Notbremsassistent vorhanden sein, nicht nur in denen älterer Menschen. Er greift in Gefahrensituationen ein und verhindert so Auffahrunfälle oder mildert deren Folgen ab. Erkennt der Assistent eine kritische Annäherung an ein fahrendes oder stehendes Fahrzeug, bereitet er eine mögliche Notbremsung vor. Dabei werden Airbags, Sicherheitsgurte und Kopfstützen optimal auf ihren Einsatz eingestellt. Das System warnt den Fahrer oder die Fahrerin optisch und akustisch vor der Gefahrensituation und unterstützt die Bremsung oder leitet sie selbsttätig ein. Auch der Abstandsregeltempomat oder ein Spurwechselassistent kann beim Fahren sinnvoll unterstützen.

Grundsätzlich ist die Technik als Unterstützung gedacht – die Verantwortung für die Fahraufgaben liegt weiterhin beim Fahrer. Welf Stankowitz, Technikexperte beim DVR, empfiehlt daher: „Es ist wichtig, sich mit den elektronischen Assistenten vertraut zu machen. Fahrende können nur dann entlastet werden, wenn sie die Funktion sowie die Anzeigen und Hinweistöne der Systeme kennen.“ Ein spezielles Fahrsicherheitstraining nach DVR-Richtlinien, ausgerichtet auf die Fragen und Bedürfnisse älterer Menschen, bietet unter Anleitung eines speziell geschulten Trainers die Gelegenheit, sich alle Fahrerassistenzsysteme am eigenen Fahrzeug erläutern zu lassen und in fachkundiger Begleitung auszuprobieren.

Mit der Aktion Schulterblick informiert der DVR über die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks zum Erhalt der Fahrtüchtigkeit. Die „Aktion Schulterblick“ wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt. Unter www.dvr.de/schulterblick finden sich zahlreiche Informationen rund um den Erhalt der Mobilität im Alter.