Wissenschaft und Forschung

„Made in Germany“ hat offenbar ein Nachwuchsproblem

(TRD/WID) – Es ist auch heute noch weltweit ein beliebtes Herkunftszeichen. Allerdings hat Deutschland ganz offensichtlich ein Nachwuchsproblem. Denn: Im internationalen Vergleich weist die Bundesrepublik, eine der niedrigsten Quote an jungen Gründern auf. Das geht aus dem aktuellen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) hervor.

MadeinGermany

Die Digitalisierung hat einen immer größeren Einfluss auf die Arbeitswelt. In der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren ist die Quote der Gründer mit 39 Prozent in Madagaskar am höchsten.
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Konkret haben demnach 3,4 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in Deutschland ein Unternehmen gegründet oder stehen kurz davor. Spitzenreiter ist mit 24,6 Prozent Estland. Dahinter folgen Guatemala (24,1 Prozent) und Libanon (23,6 Prozent). Nur in sechs der analysierten Ländern machen sich anteilig weniger junge Erwachsene als in Deutschland selbstständig: In Bulgarien und Korea (je 3,3 Prozent), Zypern (3,1 Prozent), der Schweiz (3,0 Prozent) sowie Frankreich und der Slowakei (je 1,6 Prozent). Was bei der Untersuchung auffällt: Vor allem in Europa weisen Länder einen geringen Anteil an 18- bis 24-Jährigen Gründern auf.

In der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren ist die Quote der Gründer mit 39 Prozent in Madagaskar am höchsten. Auf Rang zwei: Ecuador mit 23 Prozent, gefolgt von Chile mit 17,1 Prozent. Auch in dieser Altersgruppe ist der Gründeranteil in Deutschland vergleichsweise bescheiden, er liegt bei ebenfalls 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Dieser Wert liegt rund zwei Prozentpunkte unter der altersunabhängigen Gründerquote in Deutschland, die bei 5,3 Prozent liegt. Für den GEM haben das RKW Kompetenzzentrum in Deutschland und das Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover Daten erhoben und ausgewertet. Seit 1999 werden die GEM-Daten jährlich von Forschern in mehr als 50 Ländern einheitlich erhoben.