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Leben am Limit: Extremsportler auf See

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Segeln auf Zeit ist etwas für Hartgesottene: Der Mensch und sein Boot gegen die Naturgewalten. Titelbild © Alex Thomson Racing/Cleo Barnham /TRD Pressedienst. Bei schwerem Seegang muss sich der Sportler schon ganz schön ins Zeug legen, um die Kurve zu kriegen.© Marine Nationale / TF1 / Nefertiti Prod. /TRD Pressedienst

(TRD/MID) – Segeln bedeutet für viele Menschen, die diesen exklusiven Sport betrieben, vor allem Entspannung und eine Flucht aus dem stressigen Alltag. Doch es gibt auch einige professionelle Seebären, für die der Stress auf See erst richtig anfängt. Im Wettrennen gegen die Uhr zählt für diese sehr speziellen Typen jede Sekunde. Einer dieser Extrem-Sportler ist Alex Thomson, der am 16. Januar 2017 einen neuen Weltrekord für Einhandsegler aufgestellt und auf einem Teilstück der Regatta Vendée Globe 536,8 Seemeilen in 24 Stunden geschafft hat.

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Nach feiern ist dem Skipper trotz des „nur“ zweiten Platzes schon zumute. Kein Wunder, nach Wochen der Entbehrungen sieht er bald seine Familie wieder. Foto: © Alex Thomson Racing / Lloyd Images/TRD Pressedienst

Bei den Laureus World Sports Awards in Monte Carlo erzählt der 42-Jährige seine ganz persönliche Geschichte. Wie sein Vater wollte Thomson eigentlich Rettungshubschrauber-Pilot werden. Daraus wurde leider nichts, denn mit 17 Jahren stellten die Ärzte im Hospital fest, dass seine Augen zu schlecht für die Navy waren. Also überlegte er, was zu tun sei. Für 50 Pfund pro Woche half er fortan bei einer Segelschule aus und unterrichtete Kinder im Windsurfen. Sein Talent auf dem Wasser wurde ihm in die Wiege gelegt. Bereits mit 15 Jahren segelte Alex Jollen und dann ging es auf Yachten. Und bereits im Alter von 25 Jahren gewann er das Clipper Round the World Yacht Race als jüngster Sieger einer Weltumrundung im Segelboot. Unterstützt wird Thomson bei seinen Aktivitäten seit 2014 von Mercedes-Benz.

Doch es dauerte nur wenige Jahre, da erhielt Johnson den Lohn für die entbehrungsreiche Zeit auf See: 2004 ergatterte er einen Vertrag mit Hugo Boss als offizieller Leadsponsor für sein Rennteam und seine IMOCA 60 Yacht. Seither sind das Wasser und die Regatta-Teilnahmen sein Traum: „Ich fand, was ich liebe.“ Für den Normalsterblichen ist das kaum nachzuvollziehen. Am 6. November 2016 schließlich stach Thomson an Bord seiner Rennyacht ‚HUGO BOSS‘ in See zur Vendée Globe. Die Non-Stop-Regatta für Einhandsegler begann und endete im französischen Les Sables d’Olonne. Diese Regatta schloss er am 20. Januar 2017 nach 74 Tagen, 19 Stunden und 35 Minuten als Zweitplatzierter ab.

 

  Geschafft: Die rund-um-die-Welt-Regatta Vendée Globe schließt Alex Thomson im Januar 2017 als zweiter ab. © Alex Thomson Racing / Lloyd Images /TRD Pressedienst

 

Weniger als 100 Menschen weltweit frönen diesem Extremsport. Mental ist es eine der härtesten Sportarten, die es überhaupt gibt. „Allein über einen langen Zeitraum auf dem Ozean, da merkt man wie klein der Mensch ist“, sagt Alex Thomson. „Allein das Satellitentelefon an Bord kostete 50.000 Euro. Die Yacht schlägt mit 4,5 Millionen Euro zu Buche.“ Die „Belastung“ ist aber nicht nur finanzieller Natur. Die Familie sorgt sich stets, wenn der zweifache Vater und Ehemann über viele Wochen allein auf sich gestellt über die Ozeane düst. Er hat eine Zwillingsschwester und einen jüngeren Bruder.

 

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Der Skipper ist bei seinen Touren oftmals alleine auf weiter Flur. Unterstützt wird Alex Thomson von Boss und Mercedes-Benz. © Yves Sucksdorff /TRD Pressedienst

Doch trotz oder vielleicht gerade wegen seiner bisherigen Erfolge hat der Profi-Segler noch viel vor. Vor vier Jahren wurde Thomson dritter, dieses Jahr schon zweiter, trotz eines Schadens am Boot. Sein Ziel ist es, in der nächsten Saison die Vendée Globe, die das Südpolarmeer entlang führt, zu gewinnen. Jetzt trifft er aber erst einmal bei den Laureus Awards in Monaco mit zahlreichen Sportlerkollegen zusammen. Für Viele ist Alex auch als Zweitplatzierter schon ein Held.

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