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Langsames Internet: Eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in ländlichen Gebieten

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Eine flexible und vernetzte Arbeitswelt erfordert schlicht höhere Online-Geschwindigkeiten. Was bei Privathaushalten bereits deutlich wird, wenn mehrere Personen sich eine Leitung teilen, wird in Unternehmen schnell zum Problem. Fotos: Polo Motorrad/ TRD Wirtschaft

(TRD/CID)  – Breitband für alle? Von wegen! Die Versorgung mit schnellem Internet in den ländlichen Gebieten Deutschlands lässt bislang sehr zu wünschen übrig. Nicht einmal jedes dritte Unternehmen auf dem Land verfügt über eine Leitung mit 50 Megabit pro Sekunde und mehr. 

„Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft ist das besorgniserregend“, urteilt Felix Esser vom Bundesverband der Deutschen Industrie. „Betroffen sind vor allem Betriebe in gering besiedelten Regionen, in denen der Netzausbau mit hohen Investitionen verbunden ist. Dabei befinden sich rund 70 Prozent aller Industriearbeitsplätze auf dem Land. Hier arbeiten auch viele unserer mittelständischen Weltmarktführer.“

Und die seien in Zeiten einer zunehmend digitalisierten Produktion auf schnelle Leitungen angewiesen. Eine flexible und vernetzte Arbeitswelt erfordert schlicht höhere Online-Geschwindigkeiten. Was bei Privathaushalten bereits deutlich wird, wenn mehrere Personen sich eine Leitung teilen, wird in Unternehmen schnell zum Problem. Und zwar eines das Kunden, Aufträge und damit Geld kostet. „Deswegen ist es ein Muss für die Digitalisierung unseres Landes, den Ausbau von Breitband auch außerhalb der Städte stärker voranzutreiben“, sagt Felix Esser.

Der Effekt schnellerer Leitungen auf das Wirtschaftswachstum ist laut dem Verband enorm: „Schnelles Internet schafft Wachstum. Wenn man die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit um gerade einmal ein Prozent erhöht, wächst das Bruttoinlandsprodukt zusätzlich um knapp zwei Milliarden Euro pro Jahr. Das ist ein fühlbarer Effekt, gut für Wohlstand und für Arbeitsplätze.“