Wirtschaft und Soziales

Kurz angeklickt: Nachrichten aus der Wirtschaft

Toyota investiert 428 Millionen Euro in Uber

(TRD/MID) Das Rennen um den Einsatz automatisierter Autos läuft. Toyota und Uber weiten deshalb ihre Zusammenarbeit aus. Das Ziel: Automatisierte Mitfahrgelegenheiten als Mobilitätsservice, und zwar in größerem Umfang. Toyota investiert dafür insgesamt 500 Millionen US-Dollar (428,1 Millionen Euro) in den Fahrdienstvermittler.

Die ersten automatisierten Modelle basieren auf der Plattform des Mini-Vans Toyota Sienna. In die sogenannten „Autono-MaaS“-Fahrzeuge (Autonome Mobilität als Service) werden das automatisierte Fahrsystem von Uber und das automatisierte Sicherheitsassistenzsystem Toyota Guardian integriert. Toyota wird auch seine Mobility-Services-Plattform (MSPF), die Schaltzentrale für Infrastrukturinformationen für vernetzte Fahrzeuge, nutzen. Der Pilotversuch startet 2021.

„Die Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein in unserer Transformation zu einem Mobilitätsunternehmen“, sagt Shigeki Tomoyama von der Toyota Connected Company. Damit trage man zur sicheren Entwicklung von Mobilitätsdiensten wie Mitfahrgelegenheiten bei, die Toyota-Fahrzeuge und Technologien nutzen.

Dara Khosrowshahi, CEO von Uber, sagt: „Unser Ziel ist es, die weltweit sichersten automatisierten Autos im Uber Netz einzusetzen.“ Das Abkommen mit Toyota sei ein weiterer wichtiger Schritt, um dies zu verwirklichen.

600.000 Dollar für mehr Straßenverkehrssicherheit von Pirelli

Herr Reifenhersteller investiert in Straßenverkehrssicherheit: Der Reifenhersteller ist dafür dem Treuhandfonds für Straßenverkehrssicherheit der Vereinten Nationen (United Nations Road Safety Trust Fund) beigetreten. In diesem Zuge haben die Italiener eine Zahlung in Höhe von 600.000 US-Dollar (2018-2019) zugesagt. Gleichzeitig wurde Filippo Bettini, Chief Sustainability and Risk Governance Officer des Unternehmens, in den Beirat des Fonds berufen.

Marco Tronchetti Provera, Vizepräsident und CEO von Pirelli, erklärt zum Engagement des Unternehmens: „Der von den Vereinten Nationen geförderte Fonds für Straßenverkehrssicherheit ist eine wichtige Initiative, die Pirelli gerne unterstützt und der wir uns schnell angeschlossen haben.“

Nach Angaben der Vereinten Nationen sterben jedes Jahr schätzungsweise 1,25 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen, zudem werden bis zu 50 Millionen Personen verletzt, was die Weltwirtschaft darüber hinaus rund 1,85 Billionen Dollar kostet. Die Vereinten Nationen haben im Rahmen der Nachhaltigkeits-Entwicklung deshalb das Ziel ausgegeben, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 weltweit zu halbieren.

Der Treuhandfonds wiederum zielt darauf ab, die Fortschritte bei der Verbesserung der Sicherheit des Straßenverkehrs durch das Erschließen neuer Ressourcen zur Förderung wirksamer Maßnahmen zu beschleunigen. Sie wird sich auf das Stärken der Kapazitäten der Regierungen – einschließlich der lokalen und städtischen Behörden – konzentrieren, um Verkehrssicherheitsprogramme mit jenen Ländern zu entwickeln und umzusetzen, in denen die Durchschnittseinkommen mit niedrigen bis mittleren Bereich liegen.

Einer Schätzung der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen, UNECE, zufolge kann jeder Beitrag von 1.500 Dollar zum Treuhandfonds ein Leben retten und zehn schwere Verletzungen verhindern sowie eine Hebelwirkung von 51.000 Dollar für Investitionen in die Straßenverkehrssicherheit erzeugen. „Um die Dynamik zu forcieren, bitte ich auch andere Stifter um ihre Unterstützung, damit wir die dringend erforderlichen Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der kritischen Verkehrssicherheitssituation aufstocken können“, erklärt Jean Todt, Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für Straßenverkehrssicherheit.

 

VW investiert in Feststoff-Batterien

Die Feststoff-Batteriezellen-Technologie gilt weltweit als aussichtsreichster Ansatz für die Elektromobilität der Zukunft. Aus gutem Grund: Mit einem solchen Akku würde sich zum Beispiel die Reichweite eines E-Golf von derzeit 300 auf rund 750 Kilometer erhöhen. Deshalb intensiviert der Volkswagen-Konzern jetzt seine Beteiligung an der QuantumScape Corporation und gründet mit den kalifornischen Spezialisten ein neues Gemeinschaftsunternehmen.

Höhere Energiedichte, mehr Sicherheit, bessere Schnellladefähigkeit und vor allem deutlich weniger Platzbedarf: Das sind die entscheidenden Vorteile der Technologie gegenüber den aktuellen Lithium-Ionen-Akkus. „Bei gleicher Größe eines aktuellen Batteriepakets werden durch die Feststoff-Batterie elektrische Reichweiten ermöglicht, die auf dem Niveau von konventionellen Antrieben liegen“, heißt es bei VW.

Doch trotz des vielversprechenden Ansatzes: Fortschritte waren bisher nur schwer zu erreichen. Laut VW war bisher kein anderer Hersteller in der Lage, die hohen Leistungsanforderungen der Automobilbranche zu erfüllen. Durch die verstärkte Zusammenarbeit wollen die Wolfsburger die Vermarktung der Feststoff-Batterien von QuantumScape beschleunigen. Volkswagen investiert umgerechnet 86 Millionen Euro in QuantumScape und wird damit zum größten automobilen Anteilseigner des Unternehmens. Langfristiges Ziel ist die Errichtung einer Produktionsanlage für Feststoff-Batterien bis 2025.

Mercedes-Benz investiert in Lkw-Werk am Rhein

Zehn Jahre nach Eröffnung des Entwicklungs- und Versuchszentrums (EVZ) in Wörth am Rhein investiert Mercedes-Benz Lkw weitere rund 50 Millionen Euro in das Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit von Nutzfahrzeugen. Auf der Fläche des Entwicklungsgeländes in Wörth entstehen bis 2020 ein zusätzliches Büro- und Werkstattgebäude, ein neues Prüfstandgebäude sowie Parkplätze für Versuchsfahrzeuge.

Derzeit sind rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Fahrzeugversuch und angrenzenden Versuchsbereichen im EVZ tätig. Nach Abschluss der Erweiterung ist von etwa 350 Beschäftigten auszugehen. Mit dem Ausbau der Entwicklungsaktivitäten will Mercedes-Benz hochmoderne und zukunftsweisende Technologien im Bereich der Entwicklung an den Standort am Rhein holen.

Das Entwicklungs- und Versuchszentrum (EVZ) ist Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit von Mercedes-Benz Lkw und spielt eine wichtige Rolle auf dem Weg zum vernetzten, automatisierten und elektrischen Fahren. Es verfügt über zahlreiche Schlechtwegstrecken und verschiedene Fahrbahnprofile, die die Straßen dieser Welt abbilden. Auf diese Weise können für die Versuchsfahrzeuge die gleichen Bedingungen bereitgestellt werden, wie sie beispielsweise in Südamerika, Südkorea, Afrika und auch in Europa vorgefunden werden.