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Jeep fährt mit Compass neue Wege

 

 

(TRD/MID) Es war zu erwarten, aber jetzt ist es nahezu amtlich: Jeep hat mit seinem kompakten SUV Compass offensichtlich den Zeitgeist getroffen. Der Compass ging Anfang Juli 2017 in den Handel und entwickelt sich für Jeep zu einem Überraschungserfolg. Erfreut lässt Dominik Kling, der sich bei Jeep in Deutschland um das Marketing kümmert, den Satz raus: „Der Compass ist der wichtigste Jeep der vergangenen Jahre.“ Und schiebt dann begeistert nach: „2018 wird dieses Modell 50 Prozent aller Jeep-Verkäufe stellen.“

Dabei litt der Senkrechtstarter bislang darunter, dass von ihm noch nicht alle Varianten lieferbar waren. Doch ganz offenbar spielt es überhaupt keine Rolle, dass es den Compass in den Basis-Varianten – ein 1,4-Liter-Benziner mit 140 PS und ein 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS – auch als reinen Fronttriebler gibt. Besonders die frisch hinzu kommende Kundschaft aus den urbanen Bereichen pfeift häufig auf die Kletterkünste des Allradantriebs, der nahezu als Synonym für einen „echten“ Jeep gilt. Auch der frontgetriebene Compass sieht aus wie ein Jeep – das zählt.

Wir fuhren nun den 1,6-Liter-Multijet-Diesel mit 140 PS, verbunden mit dem Allrad-System „Active Drive“ und Sechs-Gang-Schaltgetriebe, der quicklebendig zu Werke geht. Mit einem Drehschalter lässt sich der Allradantrieb auf die unterschiedlichen Fahrbahnverhältnisse wie Sand, Schnee und Matsch anpassen. Wer diese Selektion nicht treffen will, kommt auch mit der Stellung „Auto“ überall hin. Dann befindet sich der elektronisch gesteuerte Antrieb, der die Hinterachse immer dazu holt, wenn die Gefahr droht, dass sich die vorderen Räder von der mangelnden Griffigkeit überfordert fühlen, voll in seinem Element. Wer nicht nur alle vier Räder, sondern auch das Getriebe für sich arbeiten lassen möchte, kann zur feinfühlig arbeitenden Automatik greifen, die mit ihren neun Gängen in diesem Marktsegment eher selten anzutreffen ist. Auch diese Option zielt darauf ab, mit dem Compass eine breitere Masse an Käufern zur Marke Jeep zu holen.

Käufer, die bei ihrem persönlichen Händler nun noch vor der großen Frage stehen: „Welche Ausstattungsvariante darf es denn sein?“ Und hier zeigt sich: In der Pyramide der Ausstattungsvarianten mit den Namen Sport, Longitude, Limited und Trailhawk wird der Haken auf dem Kaufvertrag auffällig oft beim Limited gesetzt, der überaus üppig ausgestattet ist. Auch die stark motorisierte Benzin-Variante mit 170 PS wird ordentlich nachgefragt. Hier spüren die Marktstrategen bereits erste Auswirkungen des anhaltenden Diesel-Bashings. Inzwischen verschiebt sich der Anteil eindeutig zugunsten des Benziners, der auf 60 Prozent gewachsen ist.

Die wachsende Zahl der Kunden macht es nötig, dass Jeep sein Händlernetz in Deutschland engmaschiger gestalten muss. Laut Dominik Kling ist das Ziel mit den Stützpunkten so definiert, dass der Kunde von zu Hause aus nicht länger als 20 Minuten unterwegs sollte, um den Händlerbetrieb zu erreichen. Um dieses selbst gesteckte Kriterium erfüllen zu können, muss der Vertrieb mit Sitz in Frankfurt 2018 ordentlich ranklotzen, um geeignete Händler für die Marke zu begeistern. Man darf gespannt sein, ob sich die Suche langwierig gestaltet oder ob die Lösung schnell herbeigeführt werden kann – schließlich lebt Jeep mit Fiat unter einem Dach. Was liegt näher, als das Potenzial der Fiat-Händler zu nutzen, die einer beschleunigenden Marke des FCA-Konzern sicher gern eine langfristige Heimat geben.

Technische Daten

Fünftüriges SUV der unteren Mittelklasse, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.394/1.819/1.629/2.636, Leergewicht: 1.615-1.799 kg, Zuladung: 332-516 kg, Tankinhalt: 60 l, Kofferraumvolumen: 438 (ohne Ersatzrad mit Pannenkit) – 1.251 l

Motor: Vierzylinder-Turbo-Diesel mit Direkteinspritzung, Hubraum 1.956 ccm, Leistung: 103 kW/140 PS bei 3.750 U/min, max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.500 U/min, 0-100 km/h: 10,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h, Sechs-Gang-Getriebe, Allradantrieb, Durchschnittsverbrauch: 5,2 l Diesel/100 km, CO2-Ausstoß: 138 g/km, Preis: ab 33.900 Euro.