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IT-Sicherheit: Wenn im Atomkraftwerk der Computer ausfällt

ITSicherheit
Die IT-Sicherheit kritischer Infrastrukturen ist laut einer aktuellen Studie bedroht – dazu zählen zum Beispiel Atomkraftwerke. © badweb01 / pixabay.com / CCO /TRD

(TRD/CID) – Hacker-Angriffe auf ein Atomkraftwerk oder Flughäfen sind idealer Stoff für Hollywood-Blockbuster. Doch sind diese Szenarien erschreckend realistisch, denn die IT-Sicherheit der sogenannten „Kritischen Infrastrukturen“ ist bedroht. Dazu zählen zum Beispiel auch Wasserwerke, Kontrollzentren für den Schienenverkehr, Krankenhäuser, Banken und Versicherungen. Störungen hätten hier dramatische Folgen für die öffentliche Versorgung und Sicherheit.

Und im vergangenen Jahr haben deren Betreiber eine große Anzahl an Angriffen registriert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Prof. Ulrike Lechner mit ihrem Team des Forschungsprojekts „Vernetzte IT-Sicherheit Kritischer Infrastrukturen“ an der Universität der Bundeswehr München. Die Wissenschaftlerin möchte Gesellschaft und Politik für die möglichen Konsequenzen von erfolgreichen IT-Angriffen sensibilisieren und auch IT-Lösungen zur Abwehr von Angriffen finden.

„Nehmen wir das Beispiel Auto. Für uns ist es selbstverständlich, dass die Autos fahren und der Verkehr geregelt wird. Auch die IT-Systeme in Autos oder die Ampel-Systeme in einer Stadt können heute Ziel einer Cyberattacke sein. Rettungsdienste könnten nicht mehr fahren, Eltern nicht mehr ihre Kinder von der Schule abholen, die Versorgung mit Lebensmitteln wäre in Gefahr“ gibt Prof. Lechner zu bedenken.

Dergleichen wäre etwa mithilfe von sogenannter „Ransomware“ möglich. Das sind Schadprogramme, mit deren Hilfe ein Eindringling eine Zugriffs- oder Nutzungsverhinderung der Daten sowie des gesamten Computer-Systems erwirkt – eine recht „neue Bedrohung“. Bemerkenswert sei, „dass bei den Kritischen Infrastrukturen Bedrohungen durch Innentäter zu verzeichnen waren, während hochprofessionelle Angriffe kaum entdeckt wurden“, heißt es. Das macht es natürlich umso schwieriger. Dennoch schätzen die Betreiber ihre Bedrohungssituation genau wie ihre eigenen Fähigkeiten, Angriffe erfolgreich abzuwehren, optimistisch ein.

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