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Ist der Sommer wirklich immer Cabrio-Zeit?

214274[1]Der Sommer ist nicht mehr das, was er einmal war: Glühende Hitze oder launisches Unwetter machen die Ausfahrt mit einem Cabriolet zur unsicheren Angelegenheit. Hier einige Tipps, damit das offene Fahren ein Genuss bleibt. Foto: Continental

(TRD/mid) Eben scheint die Sonne, dann regnet es wieder. Ungünstig ist, wenn das elektrische Verdeck gerade dann seinen Dienst verweigert, wenn der nächste Wolkenbruch droht. Wer erst jetzt in der Bedienungsanleitung sucht, wie sich die Haube manuell schließen lässt, macht sein Cabrio unter Umständen zur Badewanne. Deshalb sollte grundsätzlich vorher geübt werden, wie das Verdeck mechanisch funktioniert. Notfalls hilft auch eine stabile Plane im Kofferraum, das Schlimmste zu verhindern.

Wer offen in den Urlaub fahren möchte, sollte sich das vorher gut überlegen. Cabrios sind in aller Regel keine geräumigen Fahrzeuge. Oft verschwindet das geöffnete Verdeck im Kofferraum. Muss dort das Reise-Gepäck untergebracht werden, bleibt das Dach notgedrungen verschlossen. Mit einem Kofferträger außen an der Karosserie befestigt, schafft man zwar zusätzlichen Platz, aber manch ein Cabrio hat nur eine geringe Nutzlast. Bei älteren Roadstern sind das oft weniger als 250 Kilogramm. Wertsachen sollten unterdessen niemals im offenen Wagen liegen gelassen werden. Wer ein Cabrio mit offenem Verdeck unbeaufsichtigt verlässt, handelt nach Angaben des Bundes der Versicherten (BdV) grob fahrlässig.

Denn die Versuchung für Diebe ist groß. Ein schneller Schnitt durch die textile Haube und schon ist der Zugriff möglich. Mit einer Teilkaskoversicherung sind unmittelbare Einbruchschäden zwar ebenso wie alle zum Auto gehörenden Teile wie Warndreieck, Verbandskasten und CD-Radio versichert. Auf dem Sitz zurückgelassene Einkaufstüten, Kleidungsstücke oder das transportable Navi zählen jedoch nicht dazu. Randalieren die Gauner zu allem Übel auch noch, bleibt der Fahrzeughalter auch auf diesen Schäden sitzen.

Wird ein Verdeck durch einen Einbruch oder auch nur durch den natürlichen Verschleiß beschädigt, ist der Austausch recht teuer. Deshalb tut Pflege Not. Um Scheuerstellen zu vermeiden, sollte das Verdeck nie im stark verschmutzten Zustand zusammengefaltet werden. Aggressive Verunreinigungen wie Vogelkot, Baumharze und Ausscheidungen von Insekten sollten möglichst rasch mit einem feuchten Schwamm entfernt werden. Das Verdeck sollte immer erst trocknen, bevor es zusammengefaltet wird. Sonst drohen nicht nur Stockflecken, sondern auch nachhaltige Faltenbildung, die unter Umständen sogar den Blick durch das Rückfenster beeinträchtigen. Alte Stoff- und Kunststoffverdecke neigen außerdem zum Ausbleichen. Im Zubehörhandel gibt es Färbemittel.

Klappdach-Cabrios falten ihr Blech-Dach meist in mehreren Teilen in den Kofferraum. Sie haben gegenüber Roadstern mit flexiblem Verdeck einen großen Vorteil: Man fährt auch bei Eis und Schnee komfortabel. Ein festes Hardtop wird für fast alle Modelle als Zubehör angeboten. Rechtzeitig zum Herbst umgebaut, ist das Cabrio so winterfest. Allerdings ist die Montage oft nicht ganz einfach.

Ein Saisonkennzeichen für das Cabrio erspart dem Halter das lästige An- und Abmelden. Auf den Kennzeichen wird rechts eingeprägt, in welchen Monaten die Fahrzeuge gefahren werden dürfen. Steuer und Versicherung berechnen sich dann nur nach den Zulassungsmonaten. Wer außerhalb der Saison fährt, riskiert laut Rechtschutz-Experten allerdings Bußgelder. Auch müssen dann bei Unfällen Schäden am eigenen Auto selbst gezahlt werden. Das Parken auf der Straße ist in der „Pause“ ebenfalls tabu; ein „Winterlager“ auf nicht öffentlicher Verkehrsfläche ist dann fürs Überwintern notwendig.