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Im Süden ist das Wohnen teuer

Freiburg

Süddeutsche Städte sind teuer: Freiburg rangiert mit 31 Prozent Wohnkostenanteil auf dem Spitzenplatz, gefolgt von München. © AshLM/pixabay / TRD Bauen und Wohnen

 

(TRD/WID) Das badische Freiburg im Breisgau gehört nicht nur zu den schönsten Städten Deutschlands, es ist auch das teuerste Pflaster. Die Stadtbewohner geben im Schnitt 31 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus – Bundes-Rekord.

Generell sind Immobilien in süddeutschen Städten teurer als im übrigen Bundesgebiet.

Zu den Ursachen gehört, dass Deutschland wächst und zugleich immer mehr Menschen in den urbanen Raum ziehen. Bestimmte Städte bieten neben einer hohen Lebensqualität auch renommierte Hochschulen und attraktive Arbeitgeber. Das führe zu einer hohen Nachfrage auf dem Immobilienmarkt, der ein zu geringes Angebot gegenübersteht, heißt es in einem Bericht des Online-Portals ImmobilienScout24. Daher steigen Mieten und Kaufpreise kontinuierlich. Und das Wohnen in der Stadt wird zu einer kostspieligen Angelegenheit, denn es beansprucht einen immer höheren Anteil vom Haushaltsnettoeinkommen.

Mit seinem Erschwinglichkeits-Index EIMX zeigt ImmobilienScout24, wie viel Prozent des Einkommens für das Dach über den Kopf eingeplant werden müssen. Dafür hat das Immobilienportal das regionale Verhältnis von Kaufkraft und Wohnkosten in über 400 Städten und Kreisen analysiert.

Freiburg rangiert zwar mit 31 Prozent Wohnkostenanteil auf dem Spitzenplatz, doch die bayerische Metropole München ist der baden-württembergischen Studentenstadt mit 30,5 Prozent dicht auf den Fersen. Danach kommen schon Regensburg, Stuttgart und Frankfurt am Main. „Was diese Städte verbindet, ist eine starke lokale Wirtschaft mit attraktiven Arbeitgebern und eine hohe Lebensqualität“, sagt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24. „Das übt eine große Anziehungskraft aus und die hohe Nachfrage auf dem Immobilienmarkt drückt die Preise nach oben.“ Die Attraktivität des Immobilienstandorts habe also im wahrsten Sinn des Wortes ihren Preis.

Laut Untersuchung bewegen sich die durchschnittlichen Mietpreise in diesen Städten zwischen acht Euro und rund 14 Euro pro Quadratmeter in München. Ob die Mieten hier künftig nicht mehr so stark steigen, soll sich erst noch zeigen. Alles Schlechte hat auch sein Gutes: „Ein boomender Mietmarkt ist ein positiver Indikator für die Wirtschaftskraft“, räumt Hebecker ein. Schattenseite: Für den Mieter bedeutet dies allerdings, dass er an einem Wirtschaftsstarken, attraktiven Standort oftmals tief in die Tasche greifen muss. Der Erschwinglichkeits-Index führt auch vor Augen, dass die kontrovers diskutierte Mietpreisbremse keine spürbare Wirkung zeigt.

Ein vollkommen anderes Bild bieten Klein- und Mittelstädte in eher strukturschwachen Regionen: In Salzgitter, Zwickau oder Wilhelmshaven liegt der Wohnkostenanteil gemessen am Einkommen nur bei rund zwölf Prozent. „Der Grund ist darin zu sehen, dass in Städten mit geringer wirtschaftlicher Dynamik und bei denen der demographische Wandel bereits eingesetzt hat, die Nachfrage auf den Immobilienmärkten sinkt“, erklärt Hebecker. Das führe zu gleichbleibenden oder sogar sinkenden Wohnpreisen.