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Illegale Autorennen eine schlichte Ordnungswidrigkeit?

214224[1]Damit wollen sich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen nicht zufrieden geben. Sie fordern im Bundesrat eine deutliche Strafverschärfung. Unterstützung kommt von vielen Seiten – etwa von der Polizei oder dem Verkehrsclub VCD. Foto: ADAC

(TRD/mid) Nach einem tödlichen Raser-Unfall verhängte das Kölner Landgericht nur Bewährungsstrafen, allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. „Wer öffentliche Straßen zu Rennpisten macht, handelt kriminell. Er setzt das Leben unbeteiligter Menschen aufs Spiel: ob Autofahrer, Radfahrer oder zu Fuß Gehende“, kommentiert das VCD-Vorstandsmitglied Marion Laube. „400 Euro Bußgeld erscheinen dafür regelrecht zynisch. Wir brauchen stattdessen regelmäßige Kontrollen und härtere Strafen, die das Verhalten im Verkehr wirklich verändern.“Nach dem Wunsch der Initiatoren sollen Teilnehmern illegaler Rennen bis zu drei Jahre Haft, ein fünfjähriger Führerscheinentzug und die Beschlagnahme des Fahrzeugs drohen. Die Initiative setzt eine intensive Diskussion in Gang, bei der sehr schnell eine Tatsache deutlich wurde: Auch die Polizei hält drastische Strafen für durchaus hilfreich, um gegen das gerade auch für Unbeteiligte lebensgefährliche Unwesen von Pseudo-Rennfahrern auf öffentlichen Straßen vorzugehen. Appelle an die Vernunft, Schwerpunkt-Aktionen an Brennpunkten in Großstädten und Polizei-Besuche in den Fahrschulen konnten das kriminelle Tun bisher nicht spürbar eindämmen.

Mehr Personal für mehr Kontrollen – auch diese Forderung wird im Zusammenhang mit der Raser-Diskussion immer lauter. Bisher haben die Teilnehmer an einem solchen PS-Wahnsinn bei entsprechender Routenwahl kaum damit zu rechnen, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden, zumindest, wenn kein Unfall passiert. Nach Erkenntnissen der Polizei sind die Raser durchwegs junge Männer zwischen 18 und 28 Jahren, Frauen gibt es in der Szene nur als Zuschauerinnen. Weil gerade Fahranfänger und Männer mit mangelnder Fahrpraxis anfällig fürs Rasen zu sein scheinen, wird auch über ein Leistungs-Limit für diese Gruppe nachgedacht. Doch auch hier stellt sich die Frage: Wer soll das denn kontrollieren, wenn die Polizei schon jetzt am Ende ihrer personellen Kapazitäten ist?

2015 sind 3.475 Menschen tödlich im Straßenverkehr verunglückt. Die Hauptunfallursache: überhöhte Geschwindigkeit. Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 die Zahl der Getöteten um 40 Prozent zu senken, kann nicht durch härtere Strafen allein erreicht werden, das ist klar. Aber als einer von vielen Ansätzen zu mehr Verkehrssicherheit macht diese Maßnahme durchaus Sinn.