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IAA 2017: Smart Studie Smart Vision EQ

(TRD/MID) Urbane Mobilität ist die Gründungsidee von Smart, sagt Markenchefin Dr. Annette Winkler. Es gibt ihrer Meinung nach kein anderes Fahrzeug, mit dem man stressfreier in die Innenstädte kommt. Damit das in Zukunft so bleibt, hat sie ihre Vorausdenker mit der Studie Smart Vision EQ beauftragt, die für das Morgen gerüstet ist.Um die Rahmenbedingungen des Jahres 2025 zu skizzieren, hat Daimler im eigenen Institut forschen lassen. Professor Marianne Reeb leitet die Abteilung der wissenschaftlichen Prognostiker. „2025“, sagt sie, „werden wir durch Carsharing und autonom parkende Autos ab diesem Zeitpunkt bis 2035 tatsächliche Veränderungen im Verkehr erleben“. Menschen und verschiedenste Fahrzeuge werden sich dann den Raum teilen – und das ganz ohne Unfallgefahren. Denn die Systeme arbeiten so präzise, dass es zu keinen gefährlichen Situationen mehr kommen kann. Ob Fußgänger, Fahrradfahrer oder Autos, allen genügt eine gemeinsame Verkehrsfläche, die nicht wie heute geteilt sein muss.

Autos etwa könnten bei der Erkennung eines Fußgängers stoppen und per Laser einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn projizieren. Dies wäre für den Fußgänger das Zeichen, das er gefahrlos vor dem Fahrzeug queren kann. Fahrradfahrer werden per Vibration im Lenker auf Gefahrensituationen hingewiesen, möglicherweise könnte das E-Bike auch aktiv bremsen, um Unfälle zu vermeiden. Ein ABS für Fahrräder ist i Übrigen bereits heute kurz vor der Serienreife.

Dass der visionäre Smart elektrisch angetrieben ist, verwundert nicht. Sehr wohl dagegen, dass er weder ein Lenkrad noch eine Pedalerie hat. Konsequent ist er nach Level 5 auf das autonome Fahren vorbereitet und bietet so uneingeschränkte Mobilität in der City für zwei Passagiere. Seine Türen (sie öffnen elektrisch nach oben) dienen ebenfalls als Projektionsfläche, hier könnte wie bei heutigen konventionellen Taxis Werbung platziert werden, allerdings nicht wie heute mit Folienbeschriftung, sondern per Beamer in bunten Bildern.

Schnittstelle ist wie so oft das Smartphone, mit dessen Hilfe ein autonom fahrendes Taxi herbeigerufen werden kann. Zuvor muss der Kunde die Fahrstrecke angeben, damit der Elektrowagen auch über eine ausreichende Reichweite verfügt. Das Robo-Cab erscheint geräuschlos und bringt einen oder zwei Fahrgäste an den gewünschten Zielort. Ohne den Lärm eines Verbrennungsmotors und zumindest lokal ohne Emmissionen.

Nach Ansicht von Dr. Annette Winkler ist der Smart das für diesen Zweck am besten geeignete Fahrzeug. Schließlich habe sich die elektrische Version im Juli 2017 gleich nach der Markteinführung von null auf Platz zwei der Elektroauto-Rangliste geschoben. Bei den Fahrzeugen, die in der Zukunft in Carsharing-Programmen laufen, könnten diese per Schwarmintelligenz bereits vorausahnen, wo und wann sie gebraucht werden. Indikatoren dafür wären Veranstaltungen und Gewohnheiten der Mobilitätskunden. Also im Grunde die gleichen Parameter, die heutige Taxifahrer anlegen. Am Rande des Kneipenviertels ist die Taxidichte dann am größten, wenn die meisten Besucher das Viertel verlassen wollen.

Auch während der Fahrt bieten die halbintelligenten Autos verschiedene Dienste an. Musikauswahl, Farbgestaltung des Innenraums und die Klimatisierung folgen, wenn nicht anders gewünscht, den Durchschnittswerten vergangener Fahrten. Das geringe Platzangebot spricht nach Ansicht der Entwickler eher für einen Kleinstwagen wie den Smart als gegen ihn. Der Wunsch nach einer Flucht vor der Menge, die Suche nach Geborgenheit, kurz, das, was Soziologen unter dem Begriff „Cocooning“ verstehen, würde von einem Fahrzeug mit geringer Sitzplatzzahl am ehesten erfüllt.

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