Kategorie: Handel, Wirtschaft, Forschung, Umwelt, Politik und Gesellschaft

Hier geht es um Wirtschaft, Umwelt, Forschung, Soziales und Gesellschaft.

Automobilindustrie: Bei Daimler arbeiten die zufriedensten Mitarbeiter

(TRD/WID) Deutschland geht es wirtschaftlich besser als den meisten europäischen Mitgliedsstaaten. Da wundert es nicht, dass die Arbeitszufriedenheit hierzulande auch kaum zu wünschen übrig lässt. Laut einer Studie des Personaldienstleisters Robert Half führt Deutschland in diesem Punkt die Rangliste innerhalb Europas an. Für die Studie „Höchste Fairness im Job“ wurden vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 2017 Aussagen über die nach Mitarbeiterzahl größten 10.000 Unternehmen in Deutschland im Internet in den Kategorien Arbeitsklima, Unternehmenskultur und Fairness untersucht.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche hat gut lachen: Bei Daimler arbeiten laut einer Studie die zufriedensten Mitarbeiter.  © Daimler/ TRD Wirtschaft und Soziales

Dafür wurde die Social-Listening-Methode verwendet, bei der mithilfe des sogenannten Crawlings ein Jahr lang täglich sämtliche Internet-Texte, in denen die gesuchten Firmen auftauchen und die für das Thema Jobfairness relevant sind, erfasst wurden. In einem zweiten Schritt wurden aus allen Treffern rund 22 Millionen Nennungen identifiziert, die sich den untersuchten Kategorien zuordnen lassen. Diese wurden auf ihre Tonalität untersucht. In die Bewertung floss zusätzlich die Auswertung einer schriftlichen Befragung der untersuchten Unternehmen zu unterschiedlichen Arbeitgeberaspekten mit ein. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte. Für eine Auszeichnung waren mindestens 50 Punkte in der Gesamtauswertung und mindestens 20 Nennungen im Beobachtungszeitraum notwendig.

„Weiche Faktoren wie Arbeitsklima, Firmenkultur und Umgangsformen lassen sich nicht leicht in Zahlen fassen, tragen aber mehr als harte Fakten wie Gehalt, Titel oder Dienstwagen zur Jobzufriedenheit bei“, sagt Prof. Dr. Werner Sarges, Leiter des Instituts für Management-Diagnostik in Barnitz. „Gerechtigkeit und ein fairer Umgang mit Mitarbeitern sind entscheidend für die Treue der Angestellten sowie die Bildung einer attraktiven Arbeitgebermarke.“

Die Automobilbranche gilt als eine der begehrtesten unter den Absolventen. In Sachen Fairness können viele Unternehmen auch halten, was sie versprechen. Die Automobilhersteller liegen relativ dicht zusammen: Gewinner ist Daimler, gefolgt von Audi. Ford kommt noch auf 81 Punkte und BMW auf 72. Der Zulieferer mit den besten Arbeitsbedingungen ist BPW Bergische Achsen, gefolgt von KOKI TECHNIK Transmission Systems und Robert Bosch. Im Autohandel führt Walter Seitz, gefolgt von Procar Automobile und der Senger Group. Hugo Pfohe wird zwar noch ausgezeichnet, findet sich aber mit 50,5 Punkten weiter unten auf der Liste. Im Service führt WashTec Cleaning vor Vergölst und A.T.U. In der Vermietung steht Sixt vor Europcar.

„Es kommt nicht nur auf Größe, Firmenstandort oder Attraktivität der Marke an. Wer sich als fairer Arbeitgeber behauptet, kann bei potenziellen Bewerbern punkten – auch als Mittelständler“, sagt Jörg Forthmann, Geschäftsführender Gesellschafter des Faktenkontors. „Eine gute Reputation ist für Arbeitgeber unerlässlich, denn heute bewerben sich Unternehmen um die gut ausgebildeten Fachkräfte, nicht umgekehrt.“

 

Bei Lebensmitteln hängt der Onlinehandel weit abgeschlagen hinter dem Supermarktbesuch um die Ecke zurück

(TRD/WID) In Zeiten von Amazon und Co. scheint kaum etwas so leicht geworden zu sein, wie das Einkaufen am Rechner. Trotzdem bleibt das Online-Shopping weit abgeschlagen hinter einem Supermarkt-Besuch zurück, der fester Bestandteil des Alltages ist.

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Gut zwei Drittel der Deutschen könnten sich trotz Lieferdiensten und Online-Angeboten überhaupt nicht vorstellen, in der Zukunft auf den Gang durch die Regale im Supermarkt um die Ecke zu verzichten.
© Stütz Michael, Pixelio.de/ TRD Wirtschaft

 

Laut der bevölkerungsrepräsentativen Studie „Retail-Radar 2018“ können sich gut zwei Drittel der Deutschen trotz Lieferdiensten und Online-Angeboten überhaupt nicht vorstellen, in der Zukunft auf den Gang durch die Regale im Supermarkt um die Ecke zu verzichten.

„Wie unsere Studie weiter zeigt, ist der Wunsch nach persönlicher Beratung im Supermarkt keine Altersfrage“, sagt ReAct-Gründer Wilbert Hirsch. „Denn auch in der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen lehnen mehr als 70 Prozent der Befragten einen Supermarkt ohne Personal ab.“ Interessant: Auch zwei Drittel der Studienteilnehmer, die sich selbst als „Pflichtkäufer“ bezeichnen und für die das Thema Einkaufen eher Frust statt Lust bedeutet, wissen eine persönliche Beratung zu schätzen.

Das eindeutige Votum gegen „Geister-Supermärkte“ gründet dabei nicht auf einer generellen Technikfeindlichkeit. Im Gegenteil: Rund die Hälfte der Befragten zeigt sich laut der ReAct-Studie für Neuerungen wie etwa kassenloses Einkaufen oder die Navigation durch den Supermarkt per Smartphone offen.

Supermarkt

Der Supermarkt um die Ecke ist bei den Deutschen immer noch sehr beliebt. Online-Lebensmittelkäufe sind noch eine Randerscheinung.
© sirigel / Pixabay.com / CC0/ TRD Wirtschaft

Die meisten Einkäufe des Alltags werden noch im stationären Handel getätigt. Insbesondere bei Lebensmitteln ist der Gang zum Supermarkt Tradition. Marktforscher haben jetzt untersucht, wie groß das Interesse am virtuellen Lebensmittel-Einkauf ist.

Verschiedene Supermarktketten bieten bereits jetzt unterschiedliche Modelle an, sei es Online-Kauf mit Lieferung oder Abholung im Markt vor Ort. Man will den Kunden erreichen, und der verbringt viel Zeit im Internet. Laut einer Umfrage des Marktforschers „YouGov“ haben bereits 20 Prozent der Deutschen Lebensmittel im Internet bestellt.

Viel größer ist hingegen die Quote der Skeptiker. 70 Prozent beanstanden das rein virtuelle Einkaufserlebnis. So kann der Kunde die Ware nicht begutachten, kann nicht über die Frische und Beschaffenheit urteilen. 60 Prozent sagen, dass der Marsch zum Supermarkt fester Bestandteil des Alltags sei, auf den sie ungerne verzichten würden.

Weiterhin arbeitet die Umfrage eine Potenzialgruppe heraus, die für Anbieter des Online-Lebensmittelhandels eine besonders attraktive Zielgruppe darstellen. Diese Gruppe setzt sich zu 55 Prozent aus weiblichen Personen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren. Auch verfügen 43 Prozent von ihnen über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro. Letztlich stehen dahinter oft Familien.

„Lebensmittel stellen einen der letzten Bereiche des Einzelhandels dar, der noch nicht vom Onlinehandel dominiert wird“, sagt Svenja Becker, Consultant bei YouGov. „Eine zielgruppengerechte Kommunikation und attraktive Aktionen für Erstkäufer sind die Schlüssel, um sich in der entscheidenden Phase, in der sich die Branche gerade befindet, Vorteile zu verschaffen.“

Transportgewerbe: Langfinger verursachen Milliardenschäden

Transportdiebstahl

Güter im Wert von 1,3 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr aus abgestellten Lkw gestohlen. © Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes/TRDmobil

 

(TRD/MID) Jährlich werden von rund 26.000 Lkw komplette Ladungen oder Teile der Fracht gestohlen – alle 20 Minuten kommt es somit statistisch gesehen zu einem Diebstahl. Das ist das Ergebnis einer Erhebung mehrerer Wirtschaftsverbände unter Beteiligung des Bundesverbands Wirtschaft, Verkehr und Logistik.
Die gestohlenen Güter haben einen Wert von 1,3 Milliarden Euro, weitere Schäden von 900 Millionen Euro entstehen durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten sowie Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle bei den eigentlichen Abnehmern, teilt der Bundesverband mit. Die neue „Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik“ soll die Sicherheit der Transportlogistik insbesondere durch höhere Sicherheitsstandards und Investitionen in Ortungstechnik, Diebstahlwarnanlagen, Wegfahrsperren und gesicherte Parkplätze erhöhen. Zusätzlich fordert der Verband „einen höheren Fahndungsdruck auf die international und professionell agierenden kriminellen Organisationen“ und mehr Polizei-Präsenz auf Autobahn-Parkplätzen.

Ultraleichtflugzeug erhält Zulassung für die Bundesrepublik Deutschland

Ultraleichtflieger

Startklar für den deutschen Luftraum: das zweisitzige Elektro-Flugzeug Yuneec E430.
TRD/Wirtschaft © Yuneec

(TRD/MID)  Es ist flüsterleise, kann bis zu zwei Stunden am Stück und bis zu 198 km/h schnell fliegen: Als eines der Ersten erfüllt das zweisitzige Elektromotorflugzeug E430 die strengen Zulassungskriterien für den europäischen Luftraum und erhielt jetzt eine Zulassung vom Fachverband der Ultraleichtflieger in der Bundesrepublik Deutschland (DULV). Hersteller des E-Fliegers ist kein renommierter Flugzeugbauer, sondern die Firma Yuneec, einer der führenden Entwickler und Produzenten von kommerziell und privat genutzten Drohnen. Der ließ seine jahrelange Erfahrung im UAV-Bereich (Unmanned Aerial Vehicles) in die Entwicklung des von einem 48 kW starken Elektromotor angetriebenen E430 einfließen. So werden beispielsweise Motor und Regeltechnik in der gleichen Produktionsstätte hergestellt wie die des kommerziellen Multikopters H520.

E-Porsche: Milliarden-Spritze für Elektromobilität

(TRD/MID) Mit einer Anschubhilfe in einer bisher nicht gekannten Größenordnung will Sportwagenbauer Porsche der Elektromobilität auf die Sprünge helfen. Die Schwaben investieren bis zum Jahr 2022 nach eigenen Angaben mehr als sechs Milliarden Euro in Plug-in-Hybride und in reine elektrische Fahrzeuge.

Auch im Motorsport hatte Porsche vor einigen Wochen die Weichen auf Zukunft gestellt und lebt dort die neue Ausrichtung konsequent vor. Die Stuttgarter steigen ab 2019 mit einem eigenen Werksteam in die Formel E ein. Damit kommt es in der Elektrorennserie zum deutschen Klassentreffen: Denn vor Porsche hatten bereits die drei Premium-Marken Audi, BMW und Mercedes kurz hintereinander den Einstieg in die Formel E verkündet. Die Formel E sei das ultimative Umfeld, um die Entwicklung von High Performance-Fahrzeugen bezüglich Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit voranzutreiben, heißt es.

Porsche E-Anschubfinanzierung 3

Porsche will die Elektromobilität mit einer Milliardenspritze vorantreiben. „Neben der Weiterentwicklung unserer Modelle mit Verbrennungsmotoren stellen wir wichtige Weichen für die Zukunft“, erklärt Porsche-Chef Oliver Blume (Foto).
© Porsche/trd mobil

„Wir verdoppeln die Aufwendungen für die Elektromobilität von rund drei Milliarden auf mehr als sechs Milliarden Euro“, sagt Porsche-Chef Oliver Blume. „Neben der Weiterentwicklung unserer Modelle mit Verbrennungsmotoren stellen wir wichtige Weichen für die Zukunft.“ Das deutlich aufgestockte Zukunftspaket beinhaltet rund drei Milliarden Euro Sachinvestitionen und etwas mehr als drei Milliarden Euro Entwicklungskosten, heißt es.

Doch die Umsetzung der E-Mobilität soll Porsche-typisch erfolgen, hatte Oliver Blume zuvor in einem mid-Interview betont. Das habe in Stuttgart-Zuffenhausen höchste Priorität. Man werde kein Fahrzeug auf den Markt bringen, das nur ein effizientes Fortbewegungsmittel sei. „Unsere Kunden erwarten von uns auch bei einem E-Sportwagen die sportliche Fahrdynamik, die Qualität und das Design eines Porsche – also das einzigartige Fahr- und Markenerlebnis, für das Porsche weltweit steht.“

Etwa 500 Millionen Euro sollen der Entwicklung von Varianten und Derivaten des Mission E zugute kommen. Rund eine Milliarde Euro fließt in die Elektrifizierung und Hybridisierung der bestehenden Produktpalette. Und mehrere hundert Millionen Euro investiert Porsche zudem in den Ausbau der Standorte sowie 700 Millionen Euro in neue Technologien, Ladeinfrastruktur und Smart Mobility.

Durch das Projekt Mission E entstehen laut Porsche rund 1.200 neue Arbeitsplätze. Der rein elektrisch betriebene Sportwagen Mission E besitzt die typischen Porsche-Gene. Der elektrische Sportwagen hat eine Systemleistung von 600 PS und soll in deutlich weniger als 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Seine Reichweite beträgt 500 Kilometer im NEFZ. Die Ladedauer soll dank 800 Volt Systemspannung 15 Minuten für etwa 400 Kilometer betragen.

Im neuen Panamera ist die dritte Generation des Plug-in-Hybridantriebs von Porsche in zwei Varianten auf der Straße. Sie verfügt jeweils über eine rein elektrische Reichweite von bis zu 50 Kilometer. Der Panamera Turbo S E-Hybrid ist das Top-Modell dieser Baureihe: Ein Vierliter-V8-Motor und ein Elektromotor erzeugen eine Systemleistung von 680 PS.

Und wer die Erfolgsgeschichte von Porsche im Motorsport kennt, der weiß, dass die Marke auch in der Formel E ganz vorne mitfahren wird. Doch im Gegensatz zu den bisherigen Einsatzgebieten heißt es dann: Lautlos auf der Überholspur.

 

Kommentar: Das große Affen-Theater

Der Diesel-Skandal hat mit Tierversuchen eine neue Dimension erreicht. Die Empörung ist groß. Und der Ruf nach Konsequenzen wird lauter. Ein Kommentar von Motor-Informations-Dienst Autor Wolfgang Peters.

VW-Werk

Volkswagen steht wegen umstrittener Abgastests mit Affen am Pranger. Jetzt zieht der Konzern erste Konsequenzen. © VW/ TRD Wirtschaft

(TRD/MID) Wer Affen einsetzen lässt von einem Lobby-Institut für wissenschaftlich betriebene Versuche mit Diesel-Abgasen wird in diesen Tagen geteert und gefedert, durch das Dorf getrieben und dann am Markt abgestraft. Alle rufen „Skandal“, ethische und moralische Werte werden bemüht, Konzernchefs sind entsetzt und ringen um Entschuldigungen, und aufgeregte Kommentatoren wittern eine Kriegserklärung der „Generäle“ in der deutschen Autoindustrie. Womöglich mit Hilfe von Wissenschaft gegen jene Wissenschaft, die nicht erst seit den VW-Manipulationen nicht nur die Diesel-Technik, sondern das Auto überhaupt abschaffen will.

Keine Frage, dass die Entscheider bei deutschen Autofirmen mit ihrem beschränkten erfolgsorientierten Tunnelblick und vor dem Hintergrund einer aggressiven Rechtfertigungsstrategie mit dieser Harakiri-Methode allen geschadet haben. Vor allem den Versuchs-Tieren, dem Ansehen der beteiligten Unternehmen und der Technik des Diesel-Motors, die eigentlich gefördert werden sollte. Daraus wurde ein fatales Eigentor.

Dabei wollten die Verantwortlichen in der Autoindustrie wohl endlich jene Belege auf dem Prüfstand sehen, die bisher Umweltorganisationen und Politiker schuldig geblieben sind: Zwar gibt es seit Jahren die sehr unterschiedlichen Grenzwerte für die Schadstoffbelastungen in den Städten und an den Arbeitsplätzen. Dabei geht es um Staub, um kleinste Partikel und um Stickoxide, die mit dem Diesel-Abgas in die Luft gelangen. Daraus werden die Grenzwerte für die Luftbelastung in den Städten abgeleitet und deren Überschreitungen wiederum sind dann die Grundlage für Forderungen nach Fahrverboten.

Dafür liefert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jene Daten, die später in politisch erwirkten Gesetzen und Normen vom politischen Willen für verbindlich erklärt werden. Zudem gibt es einige Studien, die nicht nur alt sind, sondern auch mit wenig wissenschaftlichen Methoden, zum Beispiel beim Umgang mit dieselbetriebenen Transport-Fahrzeugen in geschlossenen Räumen, veranstaltet wurden.

Wie die WHO-Daten entstanden sind, welchen Ansprüchen sie standhalten, welche Methoden für ihre Einschätzung einer gesundheitlichen Gefährdung angewendet wurden, ob und wenn ja, welche Versuche dahinter stecken, das alles muss doch hinterfragt werden. Solche Ergebnisse einer Daten-Nachdenklichkeit sind noch nicht abrufbar. Deshalb tut es Not, von der Politik mehr zu verlangen, als die WHO-Daten zur Norm der Diesel-Verteufelung zu erheben.

Vielleicht bringt die Empörung über die Affen-Versuche auch neue Ansätze zur Erforschung der realen Diesel-Belastung in deutschen Städten. Es muss eben nicht nur am Stuttgarter Neckartor gemessen werden. Und wer sich der Empörung über Affen-Versuche hingibt, sollte besser für mehr Klarheit in der deutschen Diesel-Debatte sorgen. Und die deutschen Auto-Bosse sollten sich nicht zum Affen machen lassen.

Quelle: © Global Press Nachrichtenagentur und Informationsdienste GmbH (glp)

Bernhard Mattes neuer Präsident der Auto-Lobbyisten

(TRD/MID) – Führungswechsel: Der frühere Ford-Chef Bernhard Mattes übernimmt in stürmischen Zeiten das Steuer beim Verband der Automobilindustrie (VDA). Mattes wurde in Berlin einstimmig zum neuen VDA-Präsidenten gewählt. Er nimmt seine Tätigkeit am 1. März 2018 auf. Er wird damit Nachfolger von Matthias Wissmann, der seit 1. Juni 2007 VDA-Präsident ist und den VDA mit Ende seines Vertrages verlässt.

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Der ehemalige Ford-Chef Bernhard Mattes ist neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). © Ford/TRDmobil

 

„Wir freuen uns, mit Bernhard Mattes einen ausgewiesenen Kenner der Automobilindustrie gewonnen zu haben. Durch seine langjährige Erfahrung und internationalen Kontakte bringt er hervorragende Voraussetzungen mit, um die Arbeit des VDA erfolgreich fortzusetzen und unsere Branche überzeugend zu vertreten“, sagte Dr. Dieter Zetsche, VDA-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.

Als Vorsitzender des Vorstands der Ford-Werke AG sowie ab November 2004 als Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH war Mattes von 2002 bis 2016 Mitglied des VDA-Vorstandes und von 2002 bis 2004 VDA-Vizepräsident.

„Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf die neue, spannende Aufgabe“, sagte Mattes nach der Wahl. Industrie – Hersteller, Zulieferer sowie die Hersteller von Anhängern, Aufbauten und Bussen stünden in einem historischen Umbruch, der geprägt werde von den großen Trends der Elektrifizierung und Digitalisierung, des Autonomen Fahrens und neuer Mobilitätskonzepte, aber auch der Herausforderung weiterer Verbrauchs- und Emissionsreduzierung. „Es geht darum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Schlüsselbranche, die von zentraler Bedeutung für den Industriestandort Deutschland ist, zu sichern und auszubauen.“

Die Scheckkarte feiert den 50. Geburtstag

(TRD/WID)  Vor 50 Jahren legten die deutschen Banken und Sparkassen mit der Ausgabe der ersten Scheckkarten den Grundstein für das elektronische Bezahlen. Ohne diesen ersten Schritt im Januar 1968 wäre auch ein weiteres Jubiläum nicht möglich: Im Januar 2017 startete der deutschlandweite Rollout der kontaktlosen Zahlung mit der Girocard im Handel.

Scheckkarte

Vor 50 Jahren wurde mit der Scheckkarte der Grundstein zum elektronischen Bezahlen gelegt. © EURO Kartensysteme GmbH / TRD Wirtschaft

Die ursprüngliche Garantiekarte ohne eigene Bezahlfunktion wurde bereits 1979 um eine erste Debit-Funktion erweitert: Fortan konnten Kunden mit ihr an Geldautomaten der Banken und Sparkassen Bargeld beziehen. Das deutsche Geldautomatensystem war geboren. Bis zur ersten Zahlung direkt mit der Karte im Handel war es jedoch noch ein weiter Weg. 1990 hieß es dann an der Ladenkasse erstmals „Mit Karte, bitte“. Für Sicherheit sorgte dabei schon ab der ersten Transaktion die PIN. Seit 2011 werden alle Transaktionen im Girocard-System ausschließlich über den fälschungssicheren EMV-Chip abgewickelt.

Und auch eine weitere Innovation, die im Januar 2018 ihr erstes Jubiläum feiert, wäre ohne diesen Chip nicht möglich: Girocard kontaktlos. Denn das erste Terminal hat vor rund einem Jahr die deutschlandweite Zulassung für das kontaktlose Bezahlen mit den Bank- und Sparkassenkarten von der Deutschen Kreditwirtschaft erhalten.

Scheckkartetitel

Bei Verlust der Bankkarte ist der erste Schritt die Sperrung. Aber auch ein Besuch bei der Polizei ist ratsam. © Miroslavik / Pixabay.com / CC0/ TRD Blog

Mehrere Faktoren können bei Megaprojekten zum Scheitern führen

Megaprojekte schießen rund um den Globus wie Pilze aus dem Boden. Was jedoch die meisten Projektplaner spätestens bei der Inbetriebnahme oder Eröffnung des Projekts eingestehen müssen, sind teils drastische Budget- und Zeitüberschreitungen. Die Unternehmensberatung Roland Berger bietet eine RADAR-Lösung.

Flughafen Berlin

Eines der größten Megaprojekte in Deutschland: der endlose Bau des Flughafens Berlin Brandenburg. © © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH / TRD Wirtschaft

(TRD/WID)  – Die Einwohner Deutschlands sind für ein paar Tugenden in der Welt bekannt. Sie können das beste Bier brauen, das beste Brot backen und erscheinen stets pünktlich. Beziehungsweise verrichten ihre Arbeiten in einem zuvor festgelegten Zeitfenster. Naja, wird sich so manch Berliner oder auch Vielflieger denken. Vor allem letzterer Punkt hat in den vergangenen Jahren doch äußerst gelitten. Denn mit einem Blick auf den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt, kurz BER, wird schnell deutlich, dass es Ausnahmen gibt. Doch mit dem ganz offenkundigen Scheitern in puncto Zeit- und Kostenfenster solch eines Megaprojektes ist der BER, oder globaler gefasst Deutschland bei weitem nicht allein. Ob nun die Olympischen Spiele 2012 in London, die mit fünf Milliarden US-Dollar um 118 Prozent über dem geplanten Budget lagen oder der Drei-Schluchten-Staudamm in China, der um 402 Prozent (48 Milliarden US-Dollar) das Budget regelrecht sprengte – Megaprojekte scheinen selbst für Experten nahezu unkalkulierbar zu sein.

Laut einer Analyse von rund 1.000 Megaprojekten lagen die kosten im Schnitt um 55 Prozent über dem ursprünglichen Budget. Der Grund liegt auf der Hand: Vergleichbare Projekte in der Vergangenheit existieren schlicht nicht. „Das führt dazu, dass 90 Prozent aller Megaprojekte ihr Budget und ihren Zeitplan überschreiten“, sagt Heiko Ammermann, Partner bei Roland Berger und Co-Autor der Studie. „Deshalb hat das Management vor allem die Aufgabe, ein mehrdimensionales Puzzle in einem sich ständig verändernden Umfeld zu lösen.“ Bei einer ansteigenden Anzahl von derlei Megaprojekten dürften sich die Auswirkungen erheblich in der Weltwirtschaft, unabhängig vom wirtschaftlichen oder politischen System spiegeln. In den kommenden Jahren sollen zwischen 30 und 75 Billionen Euro in Megaprojekte investiert werden.

Die Analyse

Die große Frage, der sich an dieser Stelle selbstverständlich auch die Experten stellen lautet: „Was tun?“ Laut Ammermann ließen sich Einsparungen zwischen drei und 7,5 Billionen Euro allein durch Verbesserungen beim Management realisieren. Doch geht Ammermann noch weiter und versucht die Grundursache des Scheiterns offenzulegen. Wie sich herausstellt haben sich die üblichen Standardverfahren des Projektmanagements alle als unzureichend erwiesen, sprich vom Stage-Gate-Konzept bis zum Front-End-Loading. Warum? „Da sie sich im Allgemeinen auf die Entscheidungsfindung und Fortschrittskontrolle konzentrieren, befassen sie sich weder mit den Voraussetzungen für einen Erfolg noch mit den Ursachen für ein Scheitern von Megaprojekten“ heißt es weiter in der Studie.

Vier Faktoren führen zum Scheitern

Die Tatsache, dass viele Megaprojekte scheitern, lässt sich in vier Faktoren unterteilen. Den Anfang macht die Komplexität solcher Projekte. Diese geht in den meisten Fällen weit über alles hinaus, was zuvor bekannt war und ist. Des Weiteren sorgt „ihr bahnbrechender Charakter“, wie es in der Studie heißt, dafür, „dass kaum Standardverfahren zum Einsatz kommen und die jeweiligen individuellen Herausforderungen erst mit dem Fortschritt des Projekts ans Tageslicht kommen.“ Oder anders formuliert: Bei Megaprojekten scheint häufiger als bei kleineren Vorhaben an mancher Stelle frei nach dem Motto learning by doing oder auch trial and error agiert zu werden. Was zum dritten Faktor führt: die Unvorhersehbarkeit von Umständen und Komplikationen. Sie lassen sich aufgrund der Unkenntnis weder exakt vorausberechnen und daher selten vermeiden. Der vierte Faktor liegt im menschlichen Wesen der Akteure verborgen, das sich dynamisch im Verlauf eines Projektes verändern kann. „Diese vier Faktoren schaffen Probleme, die das Management von Megaprojekten lösen muss“, sagt Ammermann. „Dazu kommt, dass Fehler in den Entscheidungsprozessen auf den niedrigeren Ebenen eines Projekts häufig nicht über die Weisungskette kommuniziert werden. Das führt zu einer zusätzlichen Fehlausrichtung der Puzzleteile des Projekts. Je später diese erkannt wird, desto mehr zusätzliche Arbeit wird nötig, was wiederum zu Zeitplan- und Budgetüberschreitungen führt.“

Ein Weg in die richtige Richtung

Die Experten von Roland Berger sind zu dem Schluss gekommen, dass traditionelle Managementinstrumente für Megaprojekte nicht mehr reichen und präsentieren einen Lösungsvorschlag mit dem Namen RADAR (Rapid and Appropriate Decisions with Accurate Response / rasche und angemessene Entscheidungen mit präziser Reaktion). RADAR basiert auf den vielfältigen Erfahrungen, die Roland Berger mit Megaprojekten bereits gemacht hat. Die Unternehmensberatung erklärt: „Während Projektleiter, Management und Akteure zwar oft die Gründe für das Scheitern kennen, fehlt ihnen aber meist ein Instrument, um gegenzusteuern. Sie benötigen ein dynamisches Tool, das sie in die Lage versetzt, während der gesamten Dauer des Projektes die richtigen, jeweils angemessenen Entscheidungen zu treffen, und zwar schnell.“ Denn ein Fehler, der während der Realisierung eines Megaprojektes oft gemacht wird, ist die Fehleinschätzung der noch verbleibenden Zeit, wie die Unternehmensberatung gern bekräftigt: „Trotz der langen Dauer von Megaprojekten muss bei Problemen möglichst schnell reagiert werden.“ Daraus resultiert zum anderen, dass die Erfassung, Analyse und Synthese aller relevanten Informationen fortlaufend erfolgen muss. Das dynamische Tool RADAR soll nun das Management dabei tatkräftig unterstützen.

Nur dem sprechenden Patienten kann geholfen werden

Grundvoraussetzung für eine rasche Problembewältigung ist die offene Kommunikation, die durch RADAR nun gefördert wird. „Der Schlüssel zur Entscheidungsfindung bei Megaprojekten liegt in der Unterstützung durch eine spezielle Einrichtung, die wir Executive Intelligence Office nennen“, sagt Ammermann. „Es gewährleistet, dass alle Themen rechtzeitig angesprochen werden, sodass rasch angemessene Entscheidungen möglich sind.“ Zum Executive Intelligence Office gehören alle Instrumente, die für eine Strategieberatung typisch sind. Dazu zählen ein multidisziplinärer Ansatz, Task-Force-Unterstützung, Beschleunigung des Entscheidungsprozesses und modernste Analyse- und Visualisierungsmethoden.

 

Ein Arbeitsplatz in der Schwabenmetropole kann lohnenswert sein

(TRD/WID)  Ein guter Arbeitsplatz ist viel wert. Er sichert die Existenz und schafft ein Stück Lebensqualität. Beim Geldverdienen gibt es in Deutschland je nach Bundesland jedoch einige Unterschiede zwischen den jeweiligen Bundesländern. Die aktuelle Landeshauptstadt mit den höchsten Gehältern ist die Schwaben-Metropole Stuttgart: Hier verdienen Arbeitnehmer jährlich 27,6 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Das haben Experten von Gehalt.de. für den Gehaltsatlas 2018 herausgefunden.

 

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Die Frauenquote in deutschen Unternehmen bleibt ein heißes Eisen.
© Pixabay / TRD Wirtschaft 

 

Weitere Erkenntnisse: Das Lohnniveau in Hessen ist durchschnittlich fast 40 Prozent höher als das im östlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die geringste unbereinigte Entgeltlücke (Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttoentgelten) zwischen Frauen und Männern liegt mit 17 Prozent in Brandenburg vor. Die höchsten Einstiegsgehälter nach einem Studium (51.517 Euro) und nach einer Ausbildung (33.509 Euro) gibt es in Hessen.

36 neue Airbus A380 für Emirates

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Der Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt.
© Marcel Sommer / mid/ TRD Wirtschaft

(TRD/MID) )Eine Airline mit über 100 Flugzeugen im Einsatz ist ohne Zweifel eine große Airline. Wenn diese aktuell 101 Jets nur die reine Anzahl der A380-Flotte spiegelt, grenzt es die Auswahl noch weiter ein. Und wenn dann noch gemeldet wird, dass diese Fluggesellschaft weitere 36 Exemplare des weltgrößten Passagierflugzeugs bestellt, ist klar, es handelt sich um die weltgrößte internationale Airline Emirates.

Deutsche Autohersteller kündigen die Errichtung von Schnelllade-Stationen für E-Autos an

BMW, Daimler, Ford, Volkswagen mit Audi und Porsche haben in einer gemeinsamen Erklärung die Schaffung eines paneuropäischen Netzes von Schnellladestationen angekündigt, um das Elektroauto langstreckentauglich zu machen. Das frisch gegründete Gemeinschaftsunternehmen soll unter dem Namen „Ionity“ noch in diesem Jahr die ersten Pflöcke in den Boden rammen.

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Bis 2020 will das Joint Venture Ionity circa 400 Schnellladestationen entlang europäischer Schnellstraßen errichten. © IONITY/ TRD Wirtschaft

(TRD/WID-en) Ionity – unter diesem Namen bündeln namhafte deutsche Autohersteller endlich ihre Kräfte, um der Elektromobilität Schwung zu verleihen. Ionity ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das die BMW Group, die Daimler AG, die Ford Motor Company und der Volkswagenkonzern mit Audi und Porsche auf die Beine gestellt haben. Ziel des Joint Ventures mit Sitz in München ist der Aufbau eines „High-Power-Charging“-Netzwerks (HPC) in Europa. Bis 2020 sollen so circa 400 Ladestationen errichtet werden, die entlang der Schnellstraßen zu finden sein werden. 2017 sollten die ersten 20 Stationen ans Netz gehen, die unter anderem an den Autobahnen in Deutschland, Norwegen und Österreich positioniert werden.

Das Ziel von Ionity ist klar definiert. Wenn der Durchbruch bei der Elektromobilität gelingen soll, dann muss sie auch auf Langstrecken möglich sein. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Ladestationen in einem vernünftigen Abstand zueinander platziert werden. Entscheidend für die Schubkraft dieser Initiative ist auch, dass nicht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Insofern ist es gut, dass sich die großen Spieler auf dem Automarkt auf einen gemeinsamen Standard geeinigt haben, der für die heutigen und zukünftigen E-Mobile nutzbar ist. Mit dem „Combined Charging System“ CCS sind bis zu 350 kW möglich, was kurze Ladezeiten verspricht – eine deutliche Reduzierung der Ladezeit im Vergleich zu den meisten vorhandenen Ladelösungen.

Als Standort-Partner kooperieren mit Ionity die Tank&Rast (Betreiber der Autobahn-Rastanlagen), Circle K und OMV, die bereits heute an attraktiven Punkten präsent sind. Auch die Verknüpfung mit bereits bestehenden Ladelösungen soll intensiv vorangetrieben werden. Branchenübergreifend und international sollen weitere starke Partnerschaften entstehen, mit denen der Ausbau des Netzes beschleunigt werden kann. Jede der Ionity-Schnellladestationen soll über mehrere Ladesäulen verfügen, um Engpässe bei hohem Zuspruch zu minimieren. In der Summe erhalten die Kunden so bis 2020 marken- und leistungsunabhängig Zugang zu tausenden HPC-Ladepunkten.

Das Joint-Venture- Unternehmen hat die Geschäftstätigkeit bereits aufgenommen, soll schon Anfang 2018 rund 50 Mitarbeiter beschäftigen und wird sukzessive weiter ausgebaut. Michael Hajesch und Marcus Groll, die beiden Geschäftsführer formulieren es so: „Die Verfügbarkeit eines flächendeckenden High-Power-Charging-Netzwerks ist für die Marktdurchdringung der Elektromobilität unabdingbar. Die Gründung von IONITY ist ein wichtiger Meilenstein, der zeigt, dass die Automobilhersteller ihre Kräfte dazu bündeln. Schnelle, komfortable und digital bezahlbare Ladevorgänge sind unser Ziel“. Bleibt zu hoffen, dass auch weitere Autohersteller auf diesen elektrifizierten Zug aufspringen, damit es nicht bei einem Strohfeuer bleibt, das mit großem Trompetenstoß angekündigt wurde.

 

Riester-Rente: Das ändert sich 2018

(TRD/WID) Neue Regelungen sollen die Riester-Rente interessanter für Sparer machen. Seit 1. Januar gibt es beispielsweise eine höhere Zulage vom Staat, 175 Euro statt bisher 154 Euro.

Durch die höhere Zulage könnten Sparer den Eigenbetrag zu ihrer Altersvorsorge bei gleichbleibender Rentenhöhe senken. Denn um die volle Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Einkommens, maximal jedoch 2.100 Euro pro Jahr, abzüglich aller Zulagen, in den Vertrag eingezahlt werden. Alternativ steigt die Rentenhöhe an, wenn der Eigenbeitrag auf dem bisherigen Level belassen wird, teilt die Lohnsteuerhilfe Bayern mit.

 

Riester

Wirtschaftsexperten aus Deutschland, Italien und der Schweiz erwarten für 2017 ein ordentliches Wirtschaftswachstum für das Euro-Währungsgebiet.
© Pixabay / martaposemuckel / TRD Wirtschaft

 

„Für Riester-Sparer bedeutet das, dass eine großzügigere staatliche Zulage steuertechnisch oftmals wieder kompensiert wird“, warnt Robert Dottl, Vorstandsvorsitzender der Lohnsteuerhilfe Bayern e. V.. Daher bringe die Erhöhung der Grundzulage nur Geringverdienern und Familien mit mehreren Kindern einen sofortigen Nutzen. „Denn nur wenn die Steuerersparnis geringer als die Zulagen ausfällt, dann bleibt die Zulagenerhöhung auch wirklich beim Sparer hängen“, so der Steuerexperte. Wichtig: Wird ein Riester-Vertrag vorzeitig gekündigt, dann sind alle Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen wieder zurückzuzahlen.

Weiterhin wurde durch das neue Betriebsrentengesetz die Abfindung bei kleinen Renten neu geregelt. Bekommt ein Riester-Sparer voraussichtlich nur eine kleine monatliche gesetzliche Rente, hat nun der Riester-Anbieter die Möglichkeit, statt einer monatlichen Zusatzrente eine Kapitalabfindung zu Beginn der Rente vorzunehmen. Bei Neuabschluss eines Riester-Vertrages hat der Sparer ab 2018 ein Wahlrecht, ob er die einmalige Rentenauszahlung im Jahr des Renteneintritts oder zum 1. Januar des Folgejahres bevorzugt. „Der Vorteil einer späteren Auszahlung ist, dass der persönliche Steuersatz in der Rente sinkt und somit die Besteuerung des Riester-Vertrages geringer ausfällt“, erläutert Dottl.

Rentnern, die aufgrund einer zu niedrigen gesetzlichen Rente auf die Grundsicherung angewiesen sind, wird die Riester-Rente nicht mehr wie bisher komplett auf die Sozialleistung angerechnet, sondern künftig monatlich ein Grundfreibetrag von 100 Euro gewährt. Bei Auszahlungen aus dem Riester-Vertrag, die über diesem Freibetrag liegen, werden 30 Prozent des höheren Betrags nicht mit den Sozialleistungen verrechnet. So können bis zu 202 Euro der Rente anrechnungsfrei bleiben.

 

 

Stromtankstellen: Noch keine lohnende Investition

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E-Tankstellen wie diese Hochvolt-Schnellladestation am Firmensitz von Honda R&D Europe in Offenbach rechnen sich einem Bericht der „Automobilwoche“ zufolge erst ab einer Million zugelassener Elektroautos.
© Honda/ TRD Wirtschaft

Strom-Tankstellen rechnen sich für Betreiber noch nicht. Denn noch fehle es an genügend Kundschaft. Eine Million E-Fahrzeuge wären nötig, damit das Geschäft mit dem Strom für Betreiber interessant wäre, meldet die Branchenzeitung „Automobilwoche“. Derzeit sind von den 45,8 Millionen in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen nur rund 34.000 reine Elektroautos.

Dem Bericht zufolge hänge der Aufbau der Infrastruktur vom Takt der Autoindustrie ab. Autobauer in der EU sollen bis 2025 unter ihren verkauften Neuwagen mehr als 15 Prozent emissionsarme Autos haben, bis 2030 dann mehr als 30 Prozent. Noch 2016 lag der Anteil bei rund einem Prozent, ist aber im dritten Quartal 2017 auf einen Anteil von 6,2 Prozent angewachsen.

Kälbchen-Alarm im Internet der Dinge

(TRD/CID)  Internet der Dinge – das klingt ziemlich abstrakt. Dabei hat es sich im vergangenen Jahr stärker denn je ins praktische Alltagsleben eingenistet. Denn längst nutzen nicht nur Handys oder Tablets das Mobilfunk- und Datennetz – sondern auch Rinder, Autos, E-Bikes oder sogar Mülleimer.

KuhstallVodafone

Internet der Dinge im Kuhstall: Dank Moocall wissen Landwirte exakt, wann das Kälbchen kommt. © Vodafone/ TRD Wirtschaft

Der Alarm für die hochschwangere Kuh eines Telekommunikationsdienstleister heißt „Moocall“: Der mit einer SIM-Karte ausgestattete Sensor wird am Schwanz der schwangeren Kuh befestigt und registriert besondere Bewegungen während der Wehen. „Steht die Geburt eines Kälbchens unmittelbar bevor, wird der Bauer rechtzeitig alarmiert – per Kurznachricht auf dem Smartphone“, so ein Unternehmens-Sprecher. Nach seinen Worten konnten Bauern und Tierärzte durch frühzeitiges Eingreifen bei der Geburt schon das Leben von rund 5.000 neugeborenen Kälbern retten.

Ein Plus an Sicherheit für Haustiere bringt V-Pet. Ein Mini-Sensor am Halsband des Hundes funkt im Internet der Dinge und verrät dem Besitzer, wo sich der Vierbeiner gerade aufhält. Über eine App können Haustier-Besitzer auch den Kalorienverbrauch abrufen, ihre Tiere orten, wenn sie entlaufen sind und sie werden automatisch benachrichtigt, wenn Bello einen digitalen Zaun überschreitet.

Damit noch lange nicht genug: Das Internet der Dinge hält auch Städte schadstofffrei und sauber: So hat das IoT (Internet of Things) Future Lab intelligente Mülleimer entwickelt, die wissen, wann sie geleert werden müssen und die sich kurz vor dem maximalen Füllstand selbsttätig bemerkbar machen. Eine weitere Erfindung der IoT-Spezialisten ist die Wand, die illegale Sprayer riechen kann. Der Graffiti-Detektor registriert anhand von winzigen Farbpartikeln und Treibgasen aus der Spraydose, wann ein ungebetener Maler mit seinem Werk beginnt und schlägt Alarm.

Faktencheck E-Mobilität: Seltene Metalle gar nicht so selten

 

RohstoffefürE-Autos

Die für den Ausbau der Elektromobilität notwendigen Rohstoffe sollen laut Öko-Institut in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Preissteigerungen, Verknappungen und Abhängigkeiten der Industrie von Rohstoffen und „Seltenen Erden“ , die aus Afrika und Asien importiert werden müssen, sind nicht auszuschließen.
© stafichukanatoly / pixabay.com

 

(TRD/MID) Könnte der Ausbau der Elektromobilität am Rohstoff-Mangel scheitern? Dieser Frage ist jetzt das Öko-Institut nachgegangen und hat insbesondere die Verfügbarkeit von Lithium, Kobalt, Nickel, Grafit und Platin untersucht.

Fazit: Zwar übersteigt der künftige Bedarf zum Beispiel an Lithium im Jahr 2030 die derzeitige Fördermenge um das Vierfache. Die Vorkommen des Alkalimetalls – und auch die der weiteren benötigten Rohstoffe – „übersteigen jedoch den prognostizierten Bedarf jeweils deutlich“, so die Experten. Allerdings könne es zeitweise zu Verknappungen, vor allem bei Lithium und Kobalt, kommen. Diese beeinträchtigen die globale Marktentwicklung der Elektromobilität langfristig aber nicht.

Ein probates Mittel gegen temporäre Verknappungen sei ein konsequentes und effizientes Recycling, das die Nachfrage senkt. Dies könne durch eine Anpassung der EU-Batterierichtlinie speziell für Antriebsbatterien und ein weltweites Rücknahme- und Recyclingsystem für Lithium-Ionen-Batterien sichergestellt werden. Darüber hinaus sollten sich Forschungsvorhaben auch darauf konzentrieren, besonders kritische Rohstoffe mittelfristig durch andere Materialien zu ersetzen.

Die Vorkommen sind also vorhanden, aber wie sieht es mit den Preisen für die Rohstoffe aus? Preissteigerungen für Rohstoffe wie Lithium und Kobalt sind laut dem Öko-Institut nicht auszuschließen. „Doch werden steigende Rohstoffpreise die Entwicklung der Elektromobilität insgesamt nicht ausbremsen“, heißt es in dem Bericht. Denn der Bedarf pro Batterie könne durch Weiterentwicklungen reduziert werden – etwa in Bezug auf Kobalt bei der nächsten Generation Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen. Gleiches gelte auch für „Seltene Erden“. Preisdämpfend könnten auch die Erschließung neuer Förderländer und das erwähnte Recycling-System wirken.

Einen Haken hat das Öko-Institut aber dennoch gefunden: Wie bei allen Rohstoffen gebe es auch bei den für die E-Mobilität benötigten damit verbundene „Umwelt- und Sozialprobleme“ unter anderem aufgrund des sehr hohen Energiebedarfs und Wasserkonflikten zwischen Bergbauunternehmen und den in den Abbaugebieten lebenden Menschen. Besonders problematisch sei zurzeit die Kobaltförderung in der Demokratischen Republik Kongo. Daher gelte es generell, die Umwelt- und Sozialbedingungen bei der Förderung zu verbessern. Dazu beitragen könnten eine Industrieallianz für nachhaltiges Lithium, verpflichtende unternehmerische Sorgfaltspflichten für Kobalt und eine Stärkung der internationalen Kooperation zum nachhaltigen Bergbau.

Bankkarte weg: Sperren ist nicht alles

 

Bankkarteweg

Bei Verlust der Bankkarte ist der erste Schritt die Sperrung. Aber auch ein Besuch bei der Polizei ist ratsam.
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(TRD/WID)  – Ob verloren oder gestohlen – wenn die Bankkarte weg ist, muss sie schnellstens gesperrt werden. Nur so ist gewährleistet, dass niemand damit Geld abhebt. Aber nach der Sperrung sollte auch ein Besuch bei der Polizei folgen. ALs Präventiv-Maßnahme ist es ratsam, die Nummer 116116 ins Handy einzuspeichern, unter der ein Verlust gemeldet werden kann, raten Rechtsexperten einer Versicherung

Eine Schwachstelle der Sperrung ist das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV), so die Experten. Denn hier kann das Konto allein per Unterschrift belastet werden, ohne dass geprüft wird, ob die Karte gesperrt ist. Hier kommt die sogenannte „Kuno-Meldung“ in Spiel. Das steht für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“. Die Polizei leitet dann nach der Meldung die Bankdaten direkt an die zentrale Meldestelle des Handels weiter, sodass die Karte nicht mehr benutzt werden kann.

In der Zeit nach dem Kartenverlust sollten Verbraucher immer das Konto besonders wachsam überprüfen, um schnell bei unerwünschten Bewegungen eingreifen zu können. Beharrt einmal ein Händler auf eine Zahlung, ist er in der Beweispflicht, dass der Karteninhaber tatsächlich unterschrieben hat.

„Biohybrid-Lunge“ soll Leben retten

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mp Groß-Gerau – Immer mehr Menschen leiden an Lungenkrankheiten. Für viele ist eine Transplantation die letzte Hoffnung.
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(TRD/MP)  Im Gegensatz zu Kunstherzen steht die Entwicklung eines künstlichen implantierbaren Ersatzes für die Lunge erst am Anfang. Doch Eile ist geboten, da es immer weniger Organspender und immer mehr Patienten gibt. Deshalb unterstützt jetzt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Programm „Auf dem Weg zur implantierbaren Lunge“ für sechs Jahre mit insgesamt 12,6 Millionen Euro. Die an dem Programm beteiligten hannoverschen Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erhalten für ihre Forschungsprojekte innerhalb der ersten drei Jahre 1,4 Millionen Euro.

Ziel der Forscher ist die Entwicklung einer sogenannten „Biohybrid-Lunge“, die als alternative Therapieoption zur Lungentransplantation dauerhaft eingesetzt werden soll. „Die Lunge ist ein deutlich komplexeres Organ als das Herz“, sagt Professor Dr. Axel Haverich, Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) und Programmkoordinator am Standort Hannover.

Als Grundlage für die „Biohybrid-Lunge“ dient ein spezielles Unterstützungssystem, das die Lungenfunktion kurzzeitig unterstützen beziehungsweise übernehmen kann. Ein langfristiger Einsatz ist allerdings nicht möglich, da der Körper unter anderem mit der Bildung von Blutgerinnseln reagiert. Um dies zu verhindern, befassen sich die MHH-Forscher mit verschiedenen Strategien, das Unterstützungssystem weiterzuentwickeln. So soll die Blutverträglichkeit der Plastikoberflächen der „Biohybrid-Lunge“ durch Zellbesiedlung optimiert werden. Dies ist nur ein erster Schritt, um den Langzeiteinsatz und auch die vollständige Implantation der „Biohybrid-Lunge“ in den Körper in nicht allzu ferner Zukunft wahr werden zu lassen.

Inklusion auf dem Arbeitsplatz

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Der Verband Deutsche Gesetzlichen Unfallversicherung fordert mehr Medienaufmerksamkeit beim Thema Inklusion in der Arbeitswelt.
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(TRD/WID)  – Inklusion ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Die Integration von Menschen mit Behinderung in den „normalen“ Alltag ist auch in den Medien ein Thema. Aber mit Fokus auf die Arbeitswelt wird Inklusion oft nur unzulänglich beleuchtet, bemängelte Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) – Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. 

Rund eine Million Menschen mit erheblichen Beeinträchtigungen sind laut dem Verbandschef in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt tätig. Knapp drei Millionen Menschen mit erheblichen Beeinträchtigungen leben derzeit in der Bundesrepublik. „Diese Zahlen belegen eindrücklich: Inklusion betrifft auch die Inklusion in der Arbeitswelt. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, wie Inklusion im Berufsleben gelingen kann. Auch sie sollten das mediale Bild prägen“, fordert Dr. Breuer.

Welche Vorteile bringt ein digitales Fahrtenbuch

Digitales Fahrtenbuch

Der Service “ Auto Tracking Business“ fungiert als digitales Fahrtenbuch, lässt Flottenmanager aber auch weitere Daten auslesen und optimieren.
© Vodafone/ TRD Technik

(TRD/MID)  Ein Telefondienstleister bietet jetzt ein digitales Fahrtenbuch an. Es ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen, geschäftliche Fahrten bequem über das Smartphone zu protokollieren. Das Angebot heißt „Vodafone Auto Tracking Business“ und ist eine Plug & Play-Lösung, die einfach und schnell einsetzbar ist. Jedes Fahrzeug wird mit einem Stick ausgestattet, der in die OBD2-Schnittstelle gesteckt wird. Dieser sammelt dann diverse Daten, die an die Firmenzentrale übermittelt werden. Dort werden dann Standorte und Fahrzeugdetails ausgewertet. Die Routenhistorie kann eingesehen werden, um im besten Fall die Standardrouten zu optimieren.  

„Der deutsche Mittelstand wird digital. Mit smarten Lösungen bringen wir ganze Fahrzeugflotten auf Knopfdruck in das Internet der Dinge. Fahrtenbücher, Live-Routen und Fahrzeugdetails wandern ins Netz und machen Logistikprozesse effizienter“, sagt Alexander Saul, Firmenkunden-Chef Vodafone Deutschland. Das digitale Fahrtenbuch schreibt automatisch mit. Wenn der Fahrer das vernetzte Firmenauto für eine private Fahrt nutzt, wird die Aufzeichnung der Daten per Knopfdrück gestoppt. Geschäftskunden abonnieren diesen Dienst bei Vodafone als monatliches Paket. Theoretisch kann der Kunde über die webbasierte Plattform dann beliebig viele Fahrzeug vernetzen.

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