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Gartenzeit: Die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen gegen Zecken

Zeckenzange
Die einzig empfehlenswerte Methode der Entfernung ist die mit der Zeckenzange.
© sassi / pixelio.de / TRD Nachrichtenfabrik


(TRD/MP) – Mit der Garten- und Urlaubssaison beginnt auch wieder die Zeckenzeit. Die winzigen Spinnentierchen können für den Menschen potenziell gefährlich sein. Sie übertragen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine gefährliche Hirnhautentzündung, oder Borreliose. Jeder Urlauber, der eine Reise unternehmen möchte, die mit Campen, Wandern, Beerenpflücken und anderen Aktivitäten in der Natur verbunden ist, sollte sich vorher erkundigen, ob das Urlaubsziel in einem FSME-Gebiet oder in einer Gegend mit erhöhter Anzahl von Borreliose-Fällen liegt. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in Berlin. Eine Impfung wird allen empfohlen, die Zecken durch Beruf – oder Freizeitaktivitäten in FSME-Gebieten potenziell ausgesetzt sind.

Einfache Vorsichtsmaßnahmen schützen vor einem Zeckenbiss. Dazu gehört es, im Wald nicht durch dichtes Unterholz zu gehen und geschlossene Kleidung zu tragen. Das Einreiben der Haut mit Anti-Insekten-Mitteln hilft ebenso – wenn auch nur für einen kürzeren Zeitraum. Je früher eine Zecke auf der Haut entdeckt wird, umso besser. Deshalb möglichst alle zwei Stunden, spätestens aber nach Beenden des Aufenthalts im Wald, Kleidung und Körper systematisch nach Zecken absuchen. Zecken setzen sich gern in Hautfalten, den Haaransatz, Kniekehlen und Ellenbeugen. Hat sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke festgebissen, dann ist die einzig sinnvolle Methode zur Entfernung das Herausdrehen mit einer Zeckenzange. Zecken sollten möglichst rasch und mit wenig Druck aus der Haut gehebelt werden. Das Risiko einer Infektion mit Borrelien lässt sich nämlich durch eine schnelle und sachgemäße Zeckenentfernung deutlich reduzieren. Denn es dauert mehrere Stunden bis die Erreger beim Saugen vom Magen-Darm-Trakt der Zecke auf den Menschen übergehen. Ganz anders ist es bei FSME: Die Viren werden sofort nach dem Stich übertragen, da sie in den Speicheldrüsen der Zecke sitzen – hier hilft nur eine vorbeugende Schutzimpfung.

Gesichtslähmung durch Zeckenbiss

Borreliose-Erreger verursachen oft Beschwerden an Nerven und Gelenken. Gerade bei Kindern kann eine Gesichtslähmung auf diese Krankheit hinweisen.

Zecke
Borrelioseüberträger ist die Zecke, doch nicht jeder erkrankt auch. © ErikaHartmann / pixelio.de /TRD Pressedienst

Vor allem bei Kindern kann eine Gesichtslähmung die Folge einer Borreliose-Infektion sein. Je nach Region können in Deutschland fünf bis 53 Prozent der Zecken den Borreliose-Erreger übertragen. Etwa zwei bis drei Prozent der Menschen erkranken nach einem Zeckenbiss daran. Anfangs wird die Infektion oft nicht bemerkt, da sie sich nur durch unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber zeigt. Meist erst Monate später verursachen die Erreger dann Beschwerden an Nerven und Gelenken. Bei Kindern treten häufig ein- oder beidseitige Gesichtslähmungen auf, auch „Fazialsparese“ genannt. „Bei Lähmungserscheinungen im Gesicht sollten Eltern mit ihrem Kind immer zum Kinder- und Jugendarzt gehen, um die Ursache zu klären. Liegt eine Borreliose vor, muss sie antibiotisch bekämpft werden“, betont Dr. Fegeler, Bundessprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte.