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Französische Staatskarosse kommt mit eigenständiger „DS-Marke“ direkt aus dem PSA-Konzern

DS: Das hat irgendwie mit Citroën zu tun. Und doch nicht. Denn DS ist eine völlig eigenständige Marke des PSA-Konzerns, die mit Erfolg im Premiumsegment der Automobilwelt auf Kundenfang geht. Aber DS will noch mehr und zeigt auch im harten Rennbetrieb mit elektrisch betriebenen Wettbewerbsfahrzeugen tapfer Flagge.

(TRD/MID) – Eindrucksvoller hätte der PSA-Konzern selbst nicht demonstrieren können, dass die Hausmarke DS als Platzhalter für Luxus und gehobenes Lebensgefühl steht: Bei seiner Amtseinführung fährt der frisch gewählte französische Präsident Emmanuel Macron (Foto) im künftigen Topmodell, dem DS7 Crossback, durch die Prachtstraßen von Paris zu seinem künftigen Dienstsitz – vor den Kameras der internationalen Medien. Die DS-Kunden, die wie Monsieur le Président ebenfalls im neuen Topmodell unterwegs sein wollen, müssen auf diesen Moment noch wenigstens bis Anfang 2018 warten. Aber sie dürfen während der Fahrt wenigstens sitzen bleiben und müssen nicht im Stehen pausenlos dem Volk durch das offenen Schiebedach huldvoll zuwinken.

 

Auch beim FIA Formel E Rennen in Paris nutzte die Marke neben dem Sporteinsatz geschickt das internationale Forum, um sich selbstbewusst als Alternative im sogenannten „Premiumsegment“ zu präsentieren – ein Marktsegment von dem DS erwartet, dass es weltweit betrachtet überproportional zum übrigen Automarkt wachsen wird. So muss es nicht überraschen, dass in den nächsten Jahren sechs neue Modelle mit dem DS-Zeichen in den wichtigsten Fahrzeugklassen für den Weltmarkt auftauchen werden.

Den Startpunkt dafür markiert der DS 7 Crossback. Wie ernst es DS ist, sich deutlich von den anderen Konzernmarken (Citroën, Peugeot und demnächst auch Opel) abzusetzen, lässt sich auch daran ablesen, wie DS an seinem Stammsitz in der französischen Hauptstadt auf die Kunden zugeht. In einem der feinsten Stadtviertel von Paris hat DS vor ein paar Jahren extra eine exklusive Präsentationsfläche geschaffen. Einen Steinwurf vom Modehaus Dior entfernt, wo man im Schaufenster schon mal eine Kinderjeans für rund 350 Euro entdeckt, können potenzielle Käufer die DS-Philosophie im edlen Ambiente auf drei Etagen inhalieren. Neben ein paar wenigen Exponaten aus der eigenen Produktion und der Historie locken dort auch spezielle Events und Ausstellungen. Demnächst beherbergt die „DS World Paris“ eine Foto-Show, in der das Leben von Marylin Monroe thematisiert wird.

Fragt man den DS-Vorstand Yves Bonnefont, mit welchen Technologien seine Marke in die Zukunft fahren wird, dann singt er das hohe Lied der Plug-in-Hybride, die den täglichen Mobilitätsbedarf im näheren Umfeld elektrisch erledigen können und auf der Langstrecke wie der Urlaubsfahrt nicht zum Zwischenstopp an der Ladesäule zwingen. Allerdings soll es in jeder künftigen Modellreihe auch eine rein elektrische Version geben. Von den anderen Alternativen, wie Wasserstoff/Brennstoffzellen- sowie Erdgas-Technologie hält er überhaupt nichts. Allerdings blüht der Mann richtig auf, wenn er über das Thema Konnektivität spricht. Er zeichnet ein Zukunftsbild, in dem die Insassen autonom fahrender Autos, endlich Dinge tun können, die ihnen dort bisher verwehrt waren.

Die Beteiligung an der FIA Formel E, in der nur Elektro-Rennwagen sprinten, die in ihrem Erscheinungsbild Formel-1-Rennwagen in nichts nachstehen, markiert die technische Innovationskraft der Marke. DS Automobiles wurde von der FIA dafür als „official manufacturer“ für die Rennsaisons 5 (2018/2019), 6 und 7 validiert. Momentan ist der Autobauer der Zulieferer für den Antrieb der Monopostos vom DS Virgin Racing Team: Elektromotor, Getriebe und die dazu gehörenden Elemente stammen von den Ingenieuren der DS Performance, die in Versailles ihren Sitz hat.

Dazu Bonnefont: „Der Motorsport ist ein hervorragendes Forschungs- und Entwicklungslabor. Ich bin überzeugt, dass die Formel E der Motorsport des 21. Jahrhunderts ist.“ Speziell beim Formel-Rennsport mit rein elektrisch betriebenen Rennwagen sind die Software-Lösungen für die Steuerung von Batterie und Antrieb das Geheimnis für den Erfolg – Software, die sehr schnell in Serienautos adaptiert werden kann.

Dass man sich bei der Leistungshatz nicht umsonst abmüht, zeigte dann auch das Renn-Wochenende im Herzen von Paris. Einer der beiden Formel E-Boliden des Rennstalls, der vom Argentinier Jose Maria Lopez pilotiert wurde, kam auf den zweiten Platz. Das war nach dem Marken-Auftritt beim Präsidenten-Anlauf ein weiterer publikumswirksamer Podiumsplatz

 

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