Freizeit und Reisen, Kultur, Unterhaltung, Film, Musik,

Fluggastrechte: Wenn das Gepäck auf der Strecke bleibt

Flughafen Muc

Nicht jeder Flieger hebt pünktlich ab: Bei einem um mehr als fünf Stunden verspäteten Abflug haben Reisende das Recht auf eine anderweitige Beförderung zum Zielort.
© Flughafen München / TRD Nachrichtenfabrik

(TRD/WID)  Verspätungen, verlorenes Gepäck oder betrunkene Mitreisende: Die Liste der Ärgernisse bei Flugreisen ist lang. Ein wenig Hilfestellung kann da die EU-Fluggastrechteverordnung leisten. Sie regelt unter anderem, welche Leistungen Fluggäste von der jeweiligen Airline beanspruchen können, wenn ihnen die Beförderung verweigert wird, ihr Flug verspätet ist oder gar nicht stattfindet. Anwendbar ist die Verordnung immer dann, wenn der Flug auf einem Flughafen innerhalb der EU startet oder eine in der EU beheimatete Airline einen europäischen Flughafen anfliegt.Wird Fluggästen die Beförderung verweigert – zum Beispiel bei Überbuchung – oder wird ihr Flug annulliert, haben sie zunächst Anspruch auf sogenannte „Betreuungsleistungen“, also auf Verpflegung, kostenlose Telefonate und eventuell auch auf eine Übernachtung. Verspätet sich der Abflug, sind diese Leistungen abhängig von der Länge des gebuchten Fluges und der Dauer der Verspätung.

Bei Nichtbeförderung, Annullierung oder einem um mehr als fünf Stunden verspäteten Abflug haben Reisende das Recht auf eine anderweitige Beförderung zum Zielort. Sie können sich aber auch für eine Erstattung des Ticket-Preises entscheiden, werden dann aber von der Airline nicht weiter betreut. Daneben sieht die EU-Verordnung auch pauschale Ausgleichansprüche vor: Je nach Länge der Flugstrecke können zwischen 250 und 600 Euro beansprucht werden. Streicht die Airline allerdings einen Flug aufgrund außergewöhnlicher Umstände – beispielsweise schlechtes Wetter – muss sie nicht zahlen.

Und was passiert, wenn das Gepäck im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt? Geht der aufgegebene Koffer verloren oder wird er beschädigt, haftet die Airline bis zu einem Höchstbetrag von 1.220 Euro. Bei Handgepäck muss der Fluggesellschaft nachgewiesen werden, dass sie den Schaden verursacht hat. Sind Koffer und Inhalt mehr wert, sollten Reisende den Wert ihres Gepäcks bereits bei der Aufgabe angeben – gegen eine Extragebühr wird dann im Schadensfall der höhere Wert ersetzt.

Trudelt der Koffer verspätet am Urlaubsziel ein, darf der Fluggast bis dahin notwendige Dinge für den Aufenthalt einkaufen. Gegen Vorlage der Quittungen kann er sich die Ausgaben erstatten lassen. Auch dabei gilt die Höchstgrenze von 1.220 Euro. Ansprüche müssen laut Experten einer Rechtschutzversicherung unverzüglich schriftlich bei der Fluggesellschaft angemeldet werden, bei Verlust oder Beschädigung innerhalb von sieben Tagen und bei Verspätung innerhalb von 21 Tagen nach Empfang des Gepäcks.

 

Werbeanzeigen