Die Zukunft des Mobilfunks hat bereits begonnen

(TRD/CID) Im digitalen Zeitalter vollziehen sich Trends und Entwicklungen in rasantem Tempo. So erwarten Smartphone-Kunden beispielsweise uneingeschränkten Zugang zu Social-Media-Kanälen, Videos, Livestreams oder Apps. Die ständig steigenden Anforderungen eröffnen Mobilfunkanbietern große Chancen, stellen sie aber auch vor ernsthafte Herausforderungen.

Vernetzter Verbraucher

Im digitalen Zeitalter sind Menschen von morgens bis abends online.
© Bain & Company/ TRD Technik

Denn sie müssen sowohl einen zuverlässigen Service als auch eine lückenlose Netzabdeckung gewährleisten. Gleichzeitig ist der Wettbewerb im Mobilfunkmarkt durch einen immer massiveren Preiskampf gekennzeichnet, der die Profitabilität aller Anbieter bedroht.

Die Studie „Getting Quality Returns from Investments in Mobile Networks“ der internationalen Managementberatung Bain & Company zeigt, dass Preissenkungen kein Garant für Kundentreue sind. Vielmehr erweisen sich qualitätsbasierte Upgrades als wichtiges Mittel, die Kunden zu halten. Sie ermöglichen eine erheblich bessere Nutzererfahrung bei deutlich effizienterem Kapitaleinsatz.

Bestimmten früher Anrufe und SMS die Nutzererfahrung, sind es heute Anwendungen, die ein leistungsfähiges Netz erfordern. Dazu gehören Videos oder Livestreams, bandbreitenhungrige Multiplayer-Spiele oder auch Augmented Reality. Die Mobilfunkbetreiber bemühen sich, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, und haben deshalb ihre Netzkapazitäten deutlich ausgeweitet.

Mobilfunkanbieter, die es nicht schaffen, ihre Kunden über einen längeren Zeitraum zufriedenzustellen, riskieren negative Bewertungen und Vertragskündigungen. Das reflexartige Senken von Preisen hat in dieser Situation bestenfalls einen kurzfristigen Effekt. Investieren Netzbetreiber stattdessen in die Bereiche, die großen Einfluss auf die Kundentreue haben, sind sie in der Lage, ihre Kunden zu binden und ihren Marktanteil auszubauen.

„Mobilfunkanbieter können einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erzielen, wenn sie ihren Fokus verlagern – weg von der reinen Netzleistung und hin zur eigentlichen Kundenerfahrung“, betont Daniel Milleg, Leiter der Praxisgruppe Telekommunikation von Bain & Company im deutschsprachigen Raum. „Zu verbessern, was Kunden wirklich wichtig ist, ist der erste Schritt bei der Neudefinition von Netzleistung. Schließlich sprechen Fußballfans nicht über die Bandbreite ihrer Verbindung, sondern über das Spiel ihres Vereins, das sie auf dem Smartphone gesehen haben.“

Telefonieren über WLAN störanfällig

Für Gespräche mit dem Handy muss kein klassisches Mobilfunknetz genutzt werden. Denn Telefonieren funktioniert auch über WLAN. Doch nicht immer klappt das reibungslos. Inzwischen bieten ja alle deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber WiFi Calling an. Somit können Telefonate mit der Handynummer auch über eine WLAN-Internetverbindung geführt werden.

Vorteil hierbei ist, dass die Kunden beispielsweise auch dann erreichbar sind, wenn sie sich in einem Gebäude mit schlechtem Mobilfunkempfang aufhalten. Es gibt aber auch Nachteile, sagt Markus Weidner vom Onlinemagazin teltarif.de: „Es kann vorkommen, dass beim WiFi Calling die Verbindung abreißt oder die Tonqualität im Gespräch schlechter wird.“ Das passiere beispielsweise dann, wenn sich die Anwender in einem Gebäude mit mehreren Hotspots befinden und sich dann vom Versorgungsbereich des ersten Zugangspunkts entfernen.

Expertenrat: „Wer WiFi Calling verwenden möchte, sollte sich während des Gesprächs von dem WLAN-Hotspot nicht allzu weit entfernen, um ein Abreißen der Verbindung zu verhindern“, sagt Weidner. Sonst sollte besser auf das klassische Telefonieren per Mobilfunknetz zurückgegriffen werden.

WLANtelefonieren

Telefonieren funktioniert auch über WLAN. Doch nicht immer klappt das reibungslos. © PublicDomainPictures / Pixabay.com / CC0/ TRD Technik