Die Gefahr, die in der Spüle lauert

In jedem Deutschen Haushalt ist er zu finden: der Küchenschwamm. Der nützliche Helfer sorgt dafür, dass Geschirr und Küche frei von Dreck sind. Doch in seinem saugfähigen Inneren fühlen sich Keime wie zuhause.

SpüleSchwamm

Spülschwämme werden schnell zum Brutnest für Bakterien. © jarmoluk / Pixabay.com / CC0 / TRD Gesundheit

(TRD/MP) Eine Studie zeigt jetzt, dass viele Menschen ihren Küchenschwamm regelrecht mit Bakterien anfüttern, wenn sie die Putzhelfer zu lange im Einsatz haben.Zwar wissen manche Verbraucher, dass durch Auskochen oder eine Behandlung in der Mikrowelle viele Keime in den Schwämmen abgetötet werden, doch kaum jemand weiß, dass dies keine langfristige Lösung ist. Bei ihrer Studie haben Mikrobiologen 14 gebrauchte Schwämme aus dem Großraum Villingen-Schenningen untersucht.

„Was uns überrascht hat: Fünf der zehn häufigsten von uns gefundenen Arten gehören in die sogenannte Risikogruppe 2, das bedeutet sie sind potentiell pathogen“, sagt Markus Egert von der Hochschule Furtwangen. In Schwämmen, die laut ihrer Nutzer regelmäßig gereinigt wurden, zeigten sich deutlich höhere Anteile der potentiell pathogenen Bakterien.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Säuberung immer nur kurzfristig wirkt. In den schnell wieder hoch wachsenden Gemeinschaften dominieren dann aber offensichtlich immer stärker die potentiell pathogenen Bakterien, vermutlich aufgrund einer höheren Stresstoleranz. „Teils erreichten die Bakterien Dichten von mehr als 5 mal 1010 Zellen pro Kubikzentimeter“, erläutert Egert. „Das sind Konzentrationen, wie man sie sonst nur noch in Fäkalproben findet.“

Es ist also durchaus ratsam, den Küchenschwamm in regelmäßigen Abständen auszuwechseln.