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Der Manager auf dem Schleudersitz

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Foto: Adensam Unternehmensberatung

(TRD/WID) Ob im liebenswerten Tante-Emma-Laden oder bei einem Welt-Konzern: Geschäftsführer leben oft in großer Unsicherheit. Die berufliche Flughöhe und die damit verbundene persönliche Absturzgefahr sind hoch. Leitende Manager, die ihren Job verloren haben, geraten beruflich und persönlich schnell in eine dramatische Abwärtsspirale. Das einzige, womit sie keinesfalls rechnen können ist Mitgefühl.

„Manager-Bashing ist zum Volkssport geworden“, sagt Frank Adensam, (Foto) einer der erfahrensten Executive-Placement-Berater im deutschsprachigen Raum. Manager würden verantwortungslos von einer lukrativen Position zur nächsten hüpfen, dabei Schaden anrichten und am Ende auch noch riesige Abfindungen kassieren, so das gängige Vorurteil. Doch dabei werde vor allem eines übersehen: „Ein Geschäftsführer macht einen riskanten Job – für die Firma und für sich selbst.“

Abgesehen von der persönlichen Haftung aus dem operativen Geschäft, die GmbH-Geschäftsführer und Vorstände ohnehin tragen, besteht zusätzlich oft noch eine andere Gefahr: „Leitende Führungskräfte, die ihre Position durch harte Arbeit und schrittweisen Aufstieg durch die Hierarchie-Ebenen in 15 oder 20 Jahren erreichen, haben keine Referenzerfahrung darin, sich auf gleicher Flughöhe auf einen anderen Geschäftsführer-Posten zu bewerben.“ Wenn sie es dann tun müssten, begehen sie aus Unkenntnis oft gravierende Fehler im Bewerbungsprozess.

Ein schwer lösbares Problem. „Man kann sich als Geschäftsführer kaum überzeugend außerhalb seiner Branche um eine andere Geschäftsleitungsposition bewerben, weil auf der ersten Führungsebene einschlägige Branchenerfahrung erwartet wird“, erläutert Frank Adensam. Zugleich sei es nur schwer möglich, sich aus ungekündigter Stellung innerhalb der eigenen Branche zu bewerben. „Das fällt im eigenen Haus früher oder später auf.“ Solches Verhalten werde als illoyal gewertet. Mit gravierenden Folgen: „Wenn das bekannt wird, schließt man die abwanderungswillige Führungskraft umgehend aus dem internen Kommunikationsfluss zu strategischen Themen aus und startet die Suche nach einem Nachfolger.“

Wer sich also neu orientiert und aus noch ungekündigter Position bewerben will, kann das schlecht mit offenem Visier tun. Ein möglicher Ausweg: Die wechselwillige Führungskraft beauftragt einen auf solche Fälle spezialisierten Personalberater, erklärt Adensam, der in Mannheim eine entsprechende Agentur betreibt. Das biete unter anderem die Möglichkeit, sich zumindest im ersten Schritt unter dem Schutz einer Treuhandadresse innerhalb der eigenen Branche auf einen Geschäftsführer-Posten zu bewerben.

Viele Stellensuchende kennen gar nicht den Unterschied zwischen Headhuntern und Executive-Placement-Beratern. Und das sei auch nicht erstaunlich, meint Experte Frank Adensam. „Die Branche ist klein. Es gibt in Deutschland nur sehr wenige Executive-Placement-Berater.“ Geschäftsführer kennen aus ihrer beruflichen Perspektive als Auftraggeber in der Regel nur Personalberater, die im Unternehmensauftrag in der Personalbeschaffung arbeiten, also die klassischen Headhunter.

Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass eine Führungskraft sich in eigener Sache an einen oder mehrere Headhunter wendet. Nur leider versuchen manche, mit dem zur Verfügung gestellten Lebenslauf Unternehmensaufträge für sich zu akquirieren. Das bunte Völkchen der Personalberater verfolgt höchst unterschiedliche Geschäftsmodelle, die von außen nicht immer leicht erkennbar sind. Auch der Anspruch an Seriosität und Prozesskompetenz differiert in dieser Branche erheblich. Es kam durchaus schon häufiger vor, dass die Bewerbungsmappe eines Geschäftsführers mit Abwanderungsgedanken auf dem Schreibtisch des eigenen Gesellschafters landete. Ein klassisches Eigentor.

„Einige Headhunter haben sich zu regelrechten CV-Tradern entwickelt“, sagt Frank Adensam. Was auf den Laien zunächst harmlos wirkt, lässt beim Executive-Placement-Berater die Alarmglocken schrillen. „Ich habe schon mehrere Kunden gehabt, die durch das Vorgehen solcher CV-Trader erhebliche Probleme in ihrer Bewerbungskampagne bekamen“, erzählt Frank Adensam: „Man hat einfach keine Kontrolle mehr über den eigenen Lebenslauf.“

Deshalb empfiehlt es sich, im Zweifel auf eigene Rechnung einen erfahrenen Executive-Placement-Berater einzuschalten, der die Monate der beruflichen Veränderung professionell begleitet. Diese Leistungen sind sicherlich genauso empfehlenswert wie im Rechtsstreit einen Anwalt oder bei gesundheitlichen Zipperlein einen Arzt zu konsultieren.

 

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