Cyberkriminalität in Deutschland boomt

Cyberkriminalität in Deutschland boomt
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Onlinebetrug und Erpressung. Jeden kann es erwischen. Foto:© glawo / pixelio.de / TRD Digital und Technik

(TRD/CID) Digitale Erpresser sind so aktiv wie nie zuvor: Die Zahl der Hacker-Attacken mit sogenannter „Ransomware“ hat sich 2016 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um den Faktor 20 erhöht berichtet der Computer-Informations-Dienst. Weltweit stieg sie ums 5,5-Fache. Das geht aus den Statistiken des Kaspersky Security Network (KSN) hervor.

„Erpressungssoftware breitet sich explosionsartig aus, besonders in Deutschland“, bilanziert deshalb auch das KSN. Die Spezialisten unterscheiden zwischen Erpressungssoftware, die Rechner blockiert (Screen Blocker), und solcher, die dort Daten verschlüsselt (Crypto-Ransomware). Ein Kapersky-Sprecher: „Für Deutschland lässt sich durchaus von einer Epidemie von Ransomware sprechen.“ 94,4 Prozent aller digitalen Erpressungsversuche gingen auf diese Art von Attacken zurück.

Im Zeitraum zwischen April 2015 und März 2016 waren allein in Deutschland mehr als 100.000 Nutzer von Erpressungssoftware betroffen. Die Tendenz: stark steigend. „Ein großes Problem in Zusammenhang mit Erpressungssoftware ist die Bereitwilligkeit der Opfer, den Lösegeldforderungen der Cyberkriminellen nachzugeben“, so Fedor Sinitsyn, Senior Malware Analyst bei Kaspersky Lab. Für die Opfer scheine das der einzige Weg zu sein, um wieder an ihre eigenen Daten zu kommen.

Sinitsyn: „Das spült eine Menge Geld in den Untergrundmarkt, der sich rund um diese Malware entwickelt hat.“ Inzwischen habe sich ein kompletter Schattenwirtschaftszweig etabliert, der fast täglich neue Angreifer auf den Plan rufe. Unternehmen wie Heimanwender sollten sich bestmöglich schützen: mit regelmäßigen Backups ihrer Daten, dem Einsatz von Sicherheitslösungen und der regelmäßigen Beobachtung aktueller Risiken. So lasse sich das für Cyberkriminelle hochprofitable und scheinbar sichere Geschäftsmodell wieder eindämmen.

Onlinebanking: Kunde oder Hacker: Die Unterscheidung ist für Finanzdienstleister oft schwierig

Sicherheitsexperten haben den Finanzinstituten unbequemes Geständnis entlockt: Über ein Drittel von ihnen haben beim Online-Banking Schwierigkeiten, normale Transaktionen von betrügerischen zu unterscheiden.

Das ergibt eine Studie von Kaspersky Lab und B2B International. 38 Prozent der befragten Banken und Zahlungsdiensten bekennen sich zu diesen Schwierigkeiten. „Angesichts der hochgradigen Vernetzung, die heute zwischen allen Teilnehmern in den Finanzmärkten besteht, wird klar, dass jedes Sicherheitsleck oder sonstiges IT-Sicherheitsproblem sich rasch über die gesamte Wertschöpfungskette ausbreiten kann. Deshalb sollte sich jedes Finanzinstitut umfangreich absichern“, kommentiert Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab.

Deswegen raten die Experten den Banken und Zahlungsdiensten, ihre Kundschaft aktiv vor Online-Betrug zu schützen. Auch die Kunden selbst können durch regelmäßige Überprüfung ihrer Konten auf Betrugsversuche aufmerksam werden. Kontonummern oder Geldkarten sollten deswegen auch nie sorglos offenbart werden

Erpressung auf dem Smartphone:

So mancher Nutzer hat bereits einmal einen Erpressungstrojaner auf seinem Rechner gefunden. Ähnliche Erpressungsversuche gibt es vermehrt nun auch auf dem Smartphone.
Betroffene finden eine fingierte Meldung vor, manchmal auch eine unverblümt ehrlich als Erpressungsnachricht formulierte Botschaft. Dabei wird die Zahlung eines Lösegeldes gefordert, zum Beispiel über Paysafecard. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät davon ab, in solchen Fällen die geforderte Summe zu zahlen.

Zwar werden dann vermeintlich alle Funktionen des befallenen Gerätes gesperrt, aber mit ein wenig Know-How kann in vielen Fällen noch etwas unternommen werden. So ist ein Starten im abgesicherten Modus bei den meisten Smartphones immer noch möglich. Diesen können Nutzer separat starten, eine Anleitung dazu gibt es modellabhängig beim Hersteller. In dem Modus starten nur die nötigsten Dienste und Programme, sodass in vielen Fällen die Schadsoftware noch entfernt werden kann. Auch der Hersteller oder Handyreparatur-Läden können helfen.

Weiterhin rät die Verbraucherzentrale, im Falle einer Infektion die Polizei aufzusuchen. Die Zahlung des geforderten Lösegeldes bewirkt oft nicht die Aufhebung der Sperrung. Nutzer sollten stets vorsichtig sein, wenn neue Apps installiert werden oder wenn sie auf Seiten surfen, die vermeintlich verlockende Angebote anbieten.

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