Büroarbeiter scheuen den Sport

(TRD/MP) Mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer hat durch ihre Arbeit körperliche Beschwerden. An der Spitze stehen mit 41 Prozent die klassischen Schmerzen im Rücken, den Schultern oder dem Nacken sowie Bandscheibenprobleme. Trotzdem scheint Sport für viele Deutsche keine Lösung zu sein: 54 Prozent machen gar keinen Sport oder maximal eine Stunde in der Woche.

Und das, obwohl 60 Prozent ihre Arbeit hauptsächlich sitzend am Schreibtisch verrichten. Sodexo, ein Anbieter für betriebliche Sozialleistungen und Incentives, fragte vor einiger Zeit für eine repräsentative Studie nach der körperlichen Gesundheit und den Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Die Ergebnisse zeigten, dass fast ein Viertel der Arbeitnehmer (23 Prozent) durchschnittlich zwischen elf und mehr als 20 Fehltage im Jahr hat.

 

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60 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sitzen fast durchgehend am Schreibtisch.
© BAuA /TRD Wellness und Gesundheit

 

Bei der Selbsteinschätzung recht optimistisch

Gefragt danach, wie sie denn ihre eigene körperliche Fitness bewerten würden, sagt knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent), dass sie normal sei. 28 Prozent finden sie gut oder gar sehr gut. „Selbsteinschätzung und Realität scheinen hier möglicherweise etwas auseinanderzugehen“ heißt es bei Sodexo. Dass diese Selbsteinschätzung mitunter nicht ganz stimmen kann, zeigen auch die weiteren Ergebnisse der Umfrage. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer klagt über körperliche Beschwerden. Neben den Haupterkrankungen wie Rückenschmerzen, plagen sich 17 Prozent mit Überlastungsschäden wie Sehnenentzündungen, steifen Handgelenken oder auch dem Karpaltunnelsyndrom. Weitere zehn Prozent haben durch die Arbeit am Bildschirm Probleme mit den Augen.

Auch als Arbeitgeber gibt es einige Möglichkeiten, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Allerdings gibt es hier noch immensen Nachholbedarf: Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) gaben an, dass es an ihrem aktuellen Arbeitsplatz keinerlei Gesundheitsmaßnahmen gibt. Dabei müssen die Arbeitgeber keine Angst vor den Kosten für die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung haben. Denn ganz vorn dabei waren nicht etwa materielle Dinge wie ergonomische Stühle (18 Prozent), sondern eine generell positive Arbeitsatmosphäre (26 Prozent), flexible Arbeitszeiten (26 Prozent) oder helle und freundliche Räumlichkeiten (24 Prozent). Über ein Viertel (27 Prozent) bewertet kostenlose, gesunde Getränke wie Wasser und Säfte als gesundheitsfördernd.