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Abmahn-Alarm: Falsche Anwälte fordern Geld

 

Abmahnung

Eine falsche Abmahn-Kanzlei fordert derzeit per Post hohe Summen für angebliche Urheberrechtsverletzungen. © geralt / pixabay.com / CC0 / TRD Recht 

 

 

(TRD/WID)  – Das Anschreiben wirkt seriös, der Internet-Auftritt des Absenders sieht echt aus – und trotzdem ist die schriftliche Abmahnung einer vermeintlichen Berliner Anwaltskanzlei eine komplette Fälschung. Laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wird den Empfängern in einem zweiseitigen Brief der „Kanzlei Gromball“ vorgeworfen, eine illegale Streaming-Plattform genutzt zu haben. Angeblich im Auftrag des Filmproduzenten 20th Century Fox Ltd. fordern die falschen Anwälte deshalb 891,31 Euro wegen einer Urheberrechtsverletzung.

Die Kanzlei gibt es laut der Verbraucherzentrale in Wirklichkeit nicht, alle Aktenzeichen und die Rechnungsnummern sind in den ihr vorliegenden Briefen identisch. „Den Schreiben fehlen auch konkrete Angaben zum angeblichen Verstoß. Es werden weder eine IP-Adresse noch ein Zeitraum aufgeführt, in dem die Nutzung stattgefunden haben soll“, so ein Sprecher. Das Geld solle außerdem auf ein Konto im Ausland überwiesen werden, was ein weiterer Hinweis darauf sei, dass es sich um ein unseriöses Schreiben handle. Im konkreten Fall sollten sich die Empfänger nicht einschüchtern lassen und auch nicht bezahlen. Bei Zweifeln könnten sie sich an die Verbraucherzentrale wenden.