Tag: 17. Januar 2018

Darum kommen Elektroautos nicht so richtig in die Gänge

(TRD/MID) – An Elektroautos scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf die Stromer und sehen in ihnen den alternativen Antrieb Nummer 1. Kritiker hingegen glauben nicht daran, dass E-Autos eine glorreiche Zukunft vor sich haben. Und warum? Nach Meinung von Prof. Günther Schuh, Chef des Autoherstellers e.GO in Aachen, sind Elektroautos nach wie vor viel zu teuer. „Ich werde immer wieder gefragt, warum die Leute keine Elektroautos kaufen – am Preis könne es doch alleine nicht liegen. Und dann sage ich: doch!“, so Schuh im Gespräch mit auto motor und sport. „Hier wird der Nutzen reduziert und der Preis verdoppelt. Dann ist der Markt tot.“ Auch die Hoffnung, dass die Anschaffung durch niedrigere Batteriepreise preiswerter wird, teilt Schuh nicht. „Ich werde niemals mit rein batteriegetriebenen Elektroautos wirtschaftlich weit und schnell fahren können – weder in fünf noch in zehn Jahren.“

Und deshalb werde die Elektromobilität in Deutschland nicht vorankommen. „Wir haben aktuell 30 Modelle auf dem deutschen Markt, die kaum einer kauft. Da müsste man ja verstanden haben, warum nicht“, so Schuh. „Angeblich wollen die Leute größere Batterien und mehr Ladesäulen. Und da sage ich: Nein, das allein löst das Problem nicht.“ Nicht ohne Hintergedanken und eigene Interessen im Blick setzt der Experte auf Plug-in-Hybridmodelle als Antriebstechnologie der Zukunft. „Und die kann keiner so gut bauen wie unsere Autoindustrie.“

Daher werde sich diese Technik schon bald flächendeckend anstelle der Elektroautos durchsetzen. „2025 sind 70 Prozent der Modelle Hybride“, glaubt Schuh. Entsprechend will das Aachener Start-up nach dem reinen Elektroauto e.GO Life mit dem e.GO Booster einen Plug-in-Hybrid auf den Markt bringen.

Lediglich 20 Prozent Marktanteil gibt Schuh dem Elektroauto im Jahr 2025. Sinnvoll sei das Elektroauto vor allem im Flottenbetrieb auf Kurzstrecken, etwa für Pflegedienste. „Wir haben zum Beispiel bereits einen Auftrag von der Caritas für 3000 e.GO Life bekommen. Es gibt viele Firmen in Innenstädten, die Tausende von Mitarbeitern mit solchen Modellen versorgen wollen.“ Sein Unternehmen habe ein Elektroauto für den Stadtbereich entwickelt, das 16.000 Euro kostet und in der kleinsten Ausführung eine Reichweite von rund 100 Kilometern haben soll. Darüber hinaus arbeitet das Team an einem ganz neuen Leasingkonzept.

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Die Marke Tesla gilt als Saubermann unter den Autobauern.
© Tesla/ TRDmobil

Wenn die Polizei die Party stört

Manchmal wollen Menschen einfach nur Party machen oder Karneval feiern. Das Problem dabei: Oft steigt in der feucht-fröhlichen Runde der Geräuschpegel. Dann sind andere Gäste oder womöglich die Nachbarn genervt. Und plötzlich steht die Polizei vor der Tür. Was dann?

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Eine fröhliche Party ist eine tolle Sache. Doch wenn es zu laut wird, steht plötzlich die Polizei vor der Tür. Und dann ist Schluss mit lustig. © DVR/ TRD Recht und Billig

(TRD/WID) Dann findet der laute Spaß meist ein jähes Ende. Doch Rechtschutz-Experten weisen darauf hin, dass die Beamten wegen einer bloßen Ruhestörung die Wohnung nicht einfach betreten dürfen.

Sie sind verpflichtet, Verhältnismäßigkeit zu wahren. Das heißt in diesem Fall, sie müssen zunächst das Gespräch mit dem Veranstalter der Party suchen. Und zwar an der Haustür. Selbst wenn ein überschwänglicher Gast die Beamten hereinlässt, kann der Gastgeber sie bitten, die Wohnung wieder zu verlassen. Besteht die Lärmbelästigung allerdings nach dem ersten Besuch der Polizei noch weiter fort, können die Beamten den Stecker der Musikanlage ziehen und die Anlage beschlagnahmen.

Wird es den Polizisten zu bunt, können sie sogar Gäste nach Hause schicken. Den Gastgeber kann die laute Party teuer zu stehen kommen: Ein dreistelliges Bußgeld ist nach Angaben der Experten einer Rechtschutzversicherung durchaus möglich. Besteht übrigens der Verdacht auf eine Straftat wie beispielsweise durch illegale Drogen auf der Party, darf sich die Polizei sofort Zugang zur Wohnung beschaffen.

Deutsche Autohersteller kündigen die Errichtung von Schnelllade-Stationen für E-Autos an

BMW, Daimler, Ford, Volkswagen mit Audi und Porsche haben in einer gemeinsamen Erklärung die Schaffung eines paneuropäischen Netzes von Schnellladestationen angekündigt, um das Elektroauto langstreckentauglich zu machen. Das frisch gegründete Gemeinschaftsunternehmen soll unter dem Namen „Ionity“ noch in diesem Jahr die ersten Pflöcke in den Boden rammen.

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Bis 2020 will das Joint Venture Ionity circa 400 Schnellladestationen entlang europäischer Schnellstraßen errichten. © IONITY/ TRD Wirtschaft

(TRD/WID-en) Ionity – unter diesem Namen bündeln namhafte deutsche Autohersteller endlich ihre Kräfte, um der Elektromobilität Schwung zu verleihen. Ionity ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das die BMW Group, die Daimler AG, die Ford Motor Company und der Volkswagenkonzern mit Audi und Porsche auf die Beine gestellt haben. Ziel des Joint Ventures mit Sitz in München ist der Aufbau eines „High-Power-Charging“-Netzwerks (HPC) in Europa. Bis 2020 sollen so circa 400 Ladestationen errichtet werden, die entlang der Schnellstraßen zu finden sein werden. 2017 sollten die ersten 20 Stationen ans Netz gehen, die unter anderem an den Autobahnen in Deutschland, Norwegen und Österreich positioniert werden.

Das Ziel von Ionity ist klar definiert. Wenn der Durchbruch bei der Elektromobilität gelingen soll, dann muss sie auch auf Langstrecken möglich sein. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Ladestationen in einem vernünftigen Abstand zueinander platziert werden. Entscheidend für die Schubkraft dieser Initiative ist auch, dass nicht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Insofern ist es gut, dass sich die großen Spieler auf dem Automarkt auf einen gemeinsamen Standard geeinigt haben, der für die heutigen und zukünftigen E-Mobile nutzbar ist. Mit dem „Combined Charging System“ CCS sind bis zu 350 kW möglich, was kurze Ladezeiten verspricht – eine deutliche Reduzierung der Ladezeit im Vergleich zu den meisten vorhandenen Ladelösungen.

Als Standort-Partner kooperieren mit Ionity die Tank&Rast (Betreiber der Autobahn-Rastanlagen), Circle K und OMV, die bereits heute an attraktiven Punkten präsent sind. Auch die Verknüpfung mit bereits bestehenden Ladelösungen soll intensiv vorangetrieben werden. Branchenübergreifend und international sollen weitere starke Partnerschaften entstehen, mit denen der Ausbau des Netzes beschleunigt werden kann. Jede der Ionity-Schnellladestationen soll über mehrere Ladesäulen verfügen, um Engpässe bei hohem Zuspruch zu minimieren. In der Summe erhalten die Kunden so bis 2020 marken- und leistungsunabhängig Zugang zu tausenden HPC-Ladepunkten.

Das Joint-Venture- Unternehmen hat die Geschäftstätigkeit bereits aufgenommen, soll schon Anfang 2018 rund 50 Mitarbeiter beschäftigen und wird sukzessive weiter ausgebaut. Michael Hajesch und Marcus Groll, die beiden Geschäftsführer formulieren es so: „Die Verfügbarkeit eines flächendeckenden High-Power-Charging-Netzwerks ist für die Marktdurchdringung der Elektromobilität unabdingbar. Die Gründung von IONITY ist ein wichtiger Meilenstein, der zeigt, dass die Automobilhersteller ihre Kräfte dazu bündeln. Schnelle, komfortable und digital bezahlbare Ladevorgänge sind unser Ziel“. Bleibt zu hoffen, dass auch weitere Autohersteller auf diesen elektrifizierten Zug aufspringen, damit es nicht bei einem Strohfeuer bleibt, das mit großem Trompetenstoß angekündigt wurde.

 

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